Insel LangkawiSightseeing auf Malaiisch

Sonne und Strand, das verspricht die malaysische Insel Langkawi. Wem das zu langweilig ist, der kann mit dem Reiseleiter Vin Varren einmal rund um die Insel rasen. von 

Sightseeing-Seilbahn in Langkawi

Sightseeing-Seilbahn in Langkawi  |  © Franzika Badenschier

Vinus Varren ist wohl einer der effizientesten Reiseleiter auf der malaysischen Touristeninsel Langkawi: Der große Mann mit einem Headset im rechten Ohr und einem Klemmbrett in der Hand springt ins Auto: "Wenn man mit dem Auto eine Runde um die Insel herum fährt, ohne irgendwo anzuhalten, dann braucht man etwa anderthalb Stunden." Das Auto düst los. Ob Varren die Runde in einer Stunde schaffen will? "Nein. Auf dem Programm stehen ja einige Stopps."

Die ersten zwei Sehenswürdigkeiten werden jedenfalls abgehakt, ohne anzuhalten: frei herumlaufende Affen und der einzige schwarze Strand der Insel. Links am Straßenrand hockt ein Affe: Gemächlich dreht er den Kopf hin und her. Er schaut nach links, nach rechts, immer abwechselnd den vorbeikommenden Autos hinterher. "Das sind Makaken, die sind hier überall", erklärt Varren. Dann deutet er nach rechts aus dem Fenster: "Und da ist der Strand mit schwarzem Sand!" Tatsächlich ist der Sand dunkel – dabei hat Langkawi keine Vulkane. Varren klärt auf: "Da wird Asphalt unter den Sand gemischt."

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Das Auto rauscht vorbei an Palmen, kleinen Marktständen mit Obst und Fisch. Varren erzählt, dass er früher in Malaysias Hauptstadt für eine französische Supermarkt-Kette gearbeitet hat und eher zufällig nach Langkawi kam. Und er erzählt, wie diese kleine Insel zu Malaysias Touristeninsel geworden ist.

Malaysia

Malaysia liegt in Südostasien. Der Westteil des Landes liegt auf der malaiischen Halbinsel zwischen Thailand und Singapur. Hier befindet sich auch die Hauptstadt Kuala Lumpur. Der Ostteil Malaysias befindet sich auf der Insel Borneo. In den deutschen Wintermonaten ist das Wetter an der Westküste besser; in den deutschen Sommermonaten bietet es sich eher an, an die Ostküste der Halbinsel oder nach Borneo zu reisen.

Das Land wirbt mit dem Slogan "Malaysia – Truly Asia", weil hier so viele asiatische Kulturen zusammenkommen: Von den gut 29 Millionen Einwohnern sind rund 50 Prozent Malaien, etwa 24 Prozent Chinesen und sieben Prozent Inder. Etwa 60 Prozent der Bevölkerung ist muslimisch, rund 19 Prozent sind Buddhisten und neun Prozent Christen.

Weitere Informationen: Malaysia Tourism Promotion Board, Weißfrauenstraße 12 - 16, 60311 Frankfurt (Main). Telefon: +4969-4609 23420

Diese Reise wurde mit der Unterstützung des malaysischen Tourismusministeriums finanziert.

Langkawi

Langkawi ist eine Inselgruppe vor der Nordwestküste Malaysias mit 99 Inseln. Die Hauptinsel heißt ebenfalls Langkawi. Sie ist etwas größer als die Fläche von München und zu zwei Dritteln von Regenwald bedeckt.

Die Touristenhochburg mit vielen Hotels und Restaurants nah beieinander befindet sich im Südosten in Pantai Cenang. Entlang der Küstenlinie gibt es einige öffentliche Strände. Weitere Orte für Sightseeing oder Sport sind zum Beispiel das Reismuseum, der große Golfplatz im Osten der Insel sowie die Mangrovenwälder und Fischfarmen nordöstlich der Insel. Auch manche der anderen Inseln können besucht werden, etwa bei einer "Island Hopping Tour". Auf der Insel der schwangeren Jungfrau befindet sich außerdem ein Süßwassersee, in dem gebadet werden kann.

Anreise nach Malaysia

Malaysia ist Drehkreuz für mehr als 50 internationale Fluggesellschaften, weil es so zentral zwischen Asien und Australien liegt. Malaysia Airlines fliegt ab Frankfurt am Main in gut elf Stunden direkt nach Kuala Lumpur. Der Weiterflug nach Langkawi dauert etwa eine Stunde. Hin- und Rückflug kosten zusammen je nach Saison und Fluganbieter zwischen 800 und 1.200 Euro. Bei der Einreise ist kein Visum nötig. Deutsche Staatsangehörige können sich drei Monate lang ohne Visum in Malaysia aufhalten.

Einst radelte der Kinderarzt Mahathir bin Mohamad auf Langkawi während seiner Visite von Dorf zu Dorf. 1981 wurde er Premierminister Malaysias. Und weil er Langkawi so schön fand, sorgte er dafür, dass Investoren nach Langkawi kamen und bald darauf mehr Touristen. 1979 soll es ein einziges Hotel auf Langkawi gegeben haben – mittlerweile stehen auf der Insel mehr als 30 Hotels. Der Tourismus ist längst die wichtigste Einkommensquelle. Das würden sie Mahathir verdanken, sagen Einheimische. Auch wenn der Premier im Ausland mitunter umstritten war, weil er rassistische Sprüche klopfte.

Radfahrer sind gerade keine unterwegs. Nur Touristen auf Rollern und Quads. Und bunte Gondeln, die über sattgrünen Baumkronen schweben: die Seilbahn. In einer halben Stunde hat man die gesamte Nordküste von Ost nach West abgefahren. Dann führt das Cable Car hinauf auf den zweithöchsten Berg Langkawis, auf den Mount Mat Cincang. Die Gondel zuckelt rund 2.000 Meter weit und 650 Meter hoch. Das letzte Stück geht es steil an einer Felswand entlang. Ratternd kommt man an der Gipfelstation an.

Ein Blick in die Ferne: viele Palmen, ein paar Hügel, eine Bucht mit Yachten. Und ein Blick in die Nähe: Ein Schwede mit nacktem Oberkörper läuft über den Steg zwischen den beiden Aussichtsplattformen. Ein paar Meter weiter steht eine Frau im schwarzen Ganzkörperschleier. Eine junge Malai erklärt: Langkawi sei nicht nur für Touristen aus dem Ausland ein Urlaubsziel, sondern auch für ihre Landsleute. In Malaysia ist der Islam Staatsreligion, gut 60 Prozent der Bevölkerung sind muslimisch. Die 24-Jährige sagt: "Ich selbst war schon zweimal hier, einmal mit meinen Geschwistern und einmal mit Freunden. Jetzt zeige ich meinen Eltern Langkawi." Sie müsse gleich weiter, sagt sie noch, ihre Eltern wollen zurück ins Tal. Da wartet sicher auch schon der Reiseleiter. Man bildet sich ein, wie er an der Talstation steht und immer wieder auf seine Armbanduhr sieht. Obwohl man von hier oben natürlich keinen einzigen Menschen da unten erkennen kann.

Im Auto schaut Varren auf sein Klemmbrett. Nächstes Ziel: das Wahrzeichen Langkawis. Das Auto fährt weiter entlang der Küste in Richtung Süden. Einmal scharf abgebogen, dann geht es gen Osten, ins Innere der Insel. Der Südzipfel mit Hotel-Viertel, Restaurant-Meile und Bootshafen stehe erst später auf dem Programm, sagt Varren. Doch dann taucht am Straßenrand ein Geschäft mit bunt gefüllten Regalen auf: ein Seegurken-Shop. Ob sein Zeitplan einen Zwischenstopp zulässt? "Sicher", sagt er.

Leserkommentare
  1. - auf Langkawi zahlt man keine Mehrwertssteuern (stand Sommer 2012), was Alkohol sehr günstig macht, gerade gegenüber dem malayischen Festland wo so hohe Steuern anfallen, dass Alkohol teuerer als in Deutschland ist

    - an der beschriebenen Restaurantmeile (Pantai Chenang) gibt es einen langen, flachen Sandstrand, ganz gut zum Baden ist, allerdings gab es da jede Menge kleine Quallen, deren Berührung sich anfühlt wie ein Mückenstich

    - am Pantai Chenang gibt es auch ein paar Bars und je nach Jahreszeit mehr oder weniger Backpacker und Aussteiger. Es gibt jede Menge billige und auch gute Hostels, wobei die am Strand (z.B. Sandy Beach) eher teuer, nicht ganz sauber, und nicht so toll ausgestattet sind (Bad...)

    - die wirklich schönen Strände gehören leider zu Resorts, unter den kostenlosen ist der Pantai Chenang vllt. der beste. Die Resorts sind an sich sehr schön, und natürlich ruhiger als der Pantai Chenang. Ein weiterer schöner Strand ist hier:
    http://maps.google.de/map...

    - Kuah ist ziemlich uninteressant, ausser zum Einkaufen.

  2. - Malayische Toleranz: auf Langkawi (man ist an Touristen gewöhnt) trifft zu was die Autorin geschrieben hat, auf der malayischen Halbinsel aber _nicht_. Man sollte hier wirklich vorsichtig sein, auch Küssen in der Öffentlichkeit ist nicht gern gesehen.

    - Essen und trinken: Viele gute Seafood Restaurants, aber oft die selben Saucen. Sandwiches westlicher Art und Salate sind nicht so toll, auch um Pommes Frittes sollte man einen Bogen machen (gibt es öfters als Beilage). Es gibt einen improvisierten "typischen" Hamburger den man öfters auf der Insel von Straßenständen kaufen kann, der ist nicht schlecht, aber auch nicht toll. Zu empfehlen sind die gegrillten Hähnchenflügel in Honigmarinade, die man and manchen Strassenständen (einer in Pantai Chenang, einer an der Strasse die am Flughafen entlangführt)

    Fazit: Langkawi ist recht schön, aber von märchenhafter Schönheit nicht unbedingt. Eigentlich rentiert es sich vor allem wenn man ein Tage entspannen (in den Resorts) oder trinken (in den Strandkneipen) möchte.

  3. In den Reitern der Infotabs steht Madagaskar...

    Malaysia
    Langkawi
    Anreise nach Madagaskar

  4. ...von dem schwarzen Strand wurde uns übrigens gesagt dass die schwarze Farbe durch natürliche Ablagerungen zustande kommt, nicht durch Teer...
    http://www.klick-langkawi...

  5. Redaktion

    Sehr geehrte/r vaenephi,

    haben Sie vielen Dank für den Hinweis und Ihre Reisetipps! Wir haben den Fehler berichtigt.

    Herzliche Grüße aus der Redaktion.

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