Ob George den Straza nach all den Enttäuschungen eigentlich noch mag? Dobrivoj, hohe Stirn, rötlicher Vollbart, der seinen Nachnamen verschweigt und lieber George genannt wird, nestelt in seiner Hosentasche nach dem Mobiltelefon. Er hält ein Foto von dem bewaldeten Berg in die Höhe, einem Hügel eher, durch den sich eine breite Schneise mit Liftmasten bis hinunter zum Bleder See schlängelt. Dieser Mann mag den Straza mit seinen bescheidenen 638 Metern nicht nur. Er liebt ihn.

Jeder Bewohner der slowenischen Kleinstadt Bled habe am Hausberg Skifahren gelernt, erzählt der Mittvierziger. "Später trugen wir am Straza unsere ersten Wettkämpfe aus, versuchten, den Mädchen zu imponieren, feierten Partys."

Dann verdüstert sich Georges Miene. Sein Reisebüro mit Skiverleih an der Hauptstraße von Bled ist leer, obwohl es vor wenigen Tagen 70 Zentimeter Neuschnee gab. Doch am Straza kann man nicht mehr Skifahren, die zwei kleinen Lifte haben den Betrieb eingestellt. "Unser Hauptproblem im Winter ist das Klima, es bleibt hier einfach zu mild", sagt George. Die Gemeinde musste immer mehr Geld in die Liftgesellschaft pumpen, die roten Zahlen blieben. Auch die Schneekanonen halfen nicht, denn das Wasser kam aus dem See von Bled, dessen Temperaturen in den Wintermonaten auch nicht tief genug fallen. Im Ort habe es viel Protest gegen die Schließung am Straza gegeben. Genützt habe es nichts, sagt George.

Dennoch ist Bled mit seinen an die Hügel geschmiegten Häusern im ländlichen Jugendstil ein guter Ausgangspunkt für Skiausflüge.

Der Nationalpark Triglav im Herzen der Julischen Alpen ist nicht weit, dort liegt das schneesichere Skigebiet Vogel. Die Tageskarten sind günstiger als in bekannteren Skiorten, das Gebiet ist mit 22 Pistenkilometern auch relativ überschaubar.

Und nur eine halbe Autostunde entfernt erstreckt sich Pokljuka, eine natürliche Aussichtsterrasse mit modernem Biathlonzentrum. Die Zufahrtsstraße schlängelt sich zunächst den moorfarbenen Bleder See entlang. Ein Tunnel führt durch einen mächtigen Felsvorsprung. "Er wurde für den serbischen König herausgesprengt, der hier mit seiner Familie die Sommermonate verbrachte. Erschossen hat man den König später trotzdem", erzählt Janez Fajfar, der Bürgermeister von Bled.