Tourismus in TunesienKonferieren am Ort der Jasmin-Revolution
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Demonstriert wird jede Woche vor dem Hotel

Experten diskutieren im Hotel Africa über die Zukunft der tunesischen Medien

Experten diskutieren im Hotel Africa über die Zukunft der tunesischen Medien

Diese Begründung hört auch Ben Othmane vom Hotel Africa oft. "Nach der Revolution wurden viele neue NGOs in Tunesien gegründet, die ihre Treffen oft bei uns im Haus abhalten. Auch internationale Konferenzen über die politische  Neuordnung der Region nach dem Arabischen Frühling richten wir häufig aus." Die Lage an der Avenue Habib Bourguiba, dem Zentrum der Demonstrationen während der Jasmin-Revolution, sowie die Nähe zum tunesischen Innenministerium verleihe dem Hotel eine besondere Symbolkraft. "Während der Proteste im Frühjahr 2011 mieteten sich viele Journalisten bei uns ein", erinnert sich Ben Othmane, "sie waren hier mitten im Geschehen."

Demonstriert wird auch heute noch fast jede Woche vor dem Hotel und dem nahe gelegenen Innenministerium. Mitte März etwa versammelten sich rund 3.000 Menschen, um die Aufklärung des Mordes an dem Politiker Chokri Belaid zu fordern. Gewaltsame Zwischenfälle habe es bisher nicht gegeben, sagt Ben Othmane: "Wir erhöhen dann unsere Sicherheitsvorkehrungen, sodass für unsere Gäste keine Gefahr besteht und der Betrieb normal weitergehen kann." Ausschreitungen wie in Kairo, bei denen die Lobby des Semiramis-Hotels verwüstet wurde, hat es in Tunis in den vergangenen zwei Jahren nicht gegeben.

Die wachsende Bedeutung des Konferenz-Tourismus könne langfristig helfen, Tunesiens Bild als sicheres Reiseland zu stärken, hofft Ben Othmane. "Die Tunesier haben vor zwei Jahren so viel Mut bewiesen und kämpfen nun mit enormen wirtschaftlichen Problemen", sagt auch Taufiq Rahim: "Eine Wiederbelebung des Tourismus hilft der Stabilisierung der gesamten Wirtschaft – und wenn wir mit unserer Konferenz dazu beitragen können, ist uns das nur recht."

 
Leser-Kommentare
  1. wenn man als solcher noch nicht einmal im Hotelzimmer des Sheraton-Hotels
    vor einer Verhaftung sicher ist, wie der Fall eines gerade dort verhafteten liberalen Oppositionspolitker zeigt:
    http://www.queer.de/detai...
    Solange solche Vorfälle nicht eingestellt werden, sollten die Organisatoren von Konferenzen zum Schutze ihrer homosexuellen Teilnehmer auf Konferenzen in diesem Land besser verzichten.
    Vor der Revolution gab es solche Vorfälle nicht. Die Islamisten nutzen ihre Macht aber, um ihre Sexualmoral durchzusetzen. Es scheint ihnen egal zu sein, dass sie damit auch das Tourismus-Geschäft gefährden.

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