Abba-Museum StockholmWer A sagt, muss auch BBA sagen

Seit dem 7. Mai stehen in Stockholm ABBA-Fans Schlange: Die Stadt hat für ihre Superstars ein Museum eröffnet. Doch die fühlen sich gar nicht so besonders. von 

Installation im Museum

Benny Andersson und Björn Ulvaeus lernten sich in einem Park kennen. Später gründeten sie mit ihren Lebensgefährtinnen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad die Band ABBA.   |  © Abbathemuseum

Erst vor wenigen Tagen, als seine Enkeltochter auf seinen Schoß kletterte, mit einem ABBA-Bildband in der Hand, sei ihm wieder bewusst geworden, warum er unbedingt an dieser Ausstellung mitarbeiten wollte, sagt Björn Ulvaeus. "Opa, das bist doch du, was machst du in dem Buch?", hat ihn die Fünfjährige gefragt. "Wenn meine Enkelkinder in ein Museum gehen, das die Geschichte meines Lebens zeigt, dann will ich sicher sein, dass sie das Richtige sehen", sagt Ulvaeus. Er ist eines der zwei Bs in ABBA, inzwischen 68 Jahre alt.

Seit dem 7. Mai ist die Geschichte seiner Karriere nun in einer Ausstellung in Stockholm zu sehen. Es ist das erste ABBA-Museum der Welt. Das Konzept hat Björn Ulvaeus mitentworfen. Kein Raum sei ohne sein OK entstanden, sagt der Museumsdirektor Mattias Hansson. Ulvaeus, den sie hier alle nur Björn rufen, weil sich in Schweden jeder beim Vornamen nennt, diskutierte über die richtige Aufteilung der Exponate und die Farbe an der Wand, er entschied, welche Bühnen-Outfits zu sehen sind und welche privaten Bilder an den Wänden hängen.

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Und das, obwohl er und die anderen drei Bandmitglieder anfangs gar nicht begeistert waren von der Idee. Könnt ihr nicht noch 30 Jahre warten, bis wir alle tot sind?, hat Benny Andersson, das andere B, einmal gefragt. "So ein Museum, das ist etwas Permanentes, das ist nicht morgen wieder vorbei", sagt Björn.

Die Band ABBA

Die Band ABBA  |  © Premium Rockshot

Erste Pläne für ein Museum gab es schon 2006, sie scheiterten an finanziellen Mitteln und auch daran, dass die ABBA-Mitglieder kein Museum wollten. "Wir brauchten wohl alle ein bisschen Abstand, eine neue Perspektive auf unser Leben und die Karriere", sagt Björn. Das Angebot, selbst an der Ausstellung mitzuarbeiten und damit zu entscheiden, welche Geschichte erzählt wird, hat ihn und die anderen drei schließlich von der Idee überzeugt. Doch für keines der Bandmitglieder ist das Museum eine solche Herzensangelegenheit wie für ihn.

Benny lebt eher zurückgezogen, wenn auch in Fußlaufweite zum Museum. Agnetha Fältskog hatte in den vergangenen Monaten genug mit ihrem neuen Album zu tun. Und Anni-Frid Lyngstad, genannt Frida, kümmert sich lieber um ihre Umweltstiftung als um den Nachlass der Band. Deshalb haben die drei Björn die Arbeit überlassen. Er habe es gern gemacht und einen Teil der Finanzierung übernommen, sagt er.

Am Tag vor der Eröffnung steht er zwischen geladenen Gästen in dem neuen Museum auf der Insel Djurgården im Osten der Stadt. Der Vergnügungspark Gröna Lund grenzt an das Gelände, bis zum Vasa-Museum, das die Geschichte des gesunkenen Kriegsschiffs Vasa erzählt, sind es nur ein paar Schritte, das Freilichtmuseum Skansen liegt schräg gegenüber. 

Das Museum ist Teil der neuen Swedish Music Hall of Fame, die zusammen mit der ABBA-Schau eröffnet wurde. Auf 2.000 Quadratmetern dokumentiert das Haus die Geschichte der schwedischen Popmusik von 1920 bis heute. Der größte Teil der Ausstellungsfläche ist ABBA gewidmet. Das Gebäude ist ein schlichter, moderner Bau aus viel hellem Holz und Glas, die Vasa hätte darin keinen Platz. Neben der Ausstellung sind darin ein Hotel mit Bar und Restaurant untergebracht.

Leserkommentare
  1. Man kann es drehen und wenden wie man will: Abba sind Teil der Musikgeschichte und sicher nicht der Schlechteste. Schon deshalb ist dieses Museum keine dumme Idee. Es kann damit zwar den Zeitgeist, in dem sie ihre Erfolge hatten, nicht wieder erstehen lassen, aber viele Erinnerungen wecken.

    Und nachträglich ist das Prädikat trashPop ja selbst von ihren härtesten Kritikern zurückgenommen worden.

  2. Wer damals auf ABBA abfuhr, gehörte automatisch zu den extrem Uncoolen. Cool war, wer Jethro Tull, Rory Gallagher, Pink Floyd etc. hörte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wer bestimmt denn letztendlich, was cool ist ?
    Ich gehöre zu der Generation Exploited - Einstürzende Neubauten - Dead Can Dance - Wire - Nick Cave....etc.
    Was meinen Sie wohl, was Leute wie ich von Jethro Tull oder Pink Floyd halten ?;-)

  3. Wer bestimmt denn letztendlich, was cool ist ?
    Ich gehöre zu der Generation Exploited - Einstürzende Neubauten - Dead Can Dance - Wire - Nick Cave....etc.
    Was meinen Sie wohl, was Leute wie ich von Jethro Tull oder Pink Floyd halten ?;-)

    Antwort auf "Mannomann..."
  4. ... es ist ja auch nicht jeder gerne Köttbullar. "Cool" oder "Uncool" völlig egal. Jeder hört das, was im persönlich am besten gefällt. Ich bin ABBA-Fan und werde es auch bleiben - nicht nur weil mein Chor "Thank you for the music" singt....
    Nächstes Jahr in Stockholm heisst für mich automatisch ein Besuch im Abba-Museum!!

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  • Schlagworte Stockholm | Ausstellung | Museum | Musiker | Schweden | Russland
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