Oft hätte sie einfach nur an der Bar gesessen, mitgetrunken und zugehört, sagt Antonia Zennaro über die Zeit, die sie auf der Hamburger Reeperbahn verbrachte. Sie wollte nichts beschönigen und so konnte es dauern, bis ein Seemann die Fotografin mit in seine Pension nahm oder eine Tänzerin sie in die Garderobe ließ. Die Porträts, die so entstanden, kamen bei den Fotografierten nicht immer gut an. Sie erzählen von Ruppigkeit und Stolz, aber auch von Einsamkeit. Ergänzt wird der rau-romantische Bildband Reeperbahn (Prestel) von Essays bekannter Autoren.