Nach monatelangen erfolglosen Gehaltsverhandlungen mit der Fluggesellschaft treten die Piloten von Air Berlin in den Ausstand. Von Mitte der Woche werde es Warnstreiks geben, teilte die Vereinigung Cockpit mit. Die bisherigen Angebote der Fluggesellschaft seien unzureichend und nicht verhandlungsfähig. Wann genau der Streik stattfindet, ist noch nicht bekannt: "Einen genauen Termin werden wir noch bekannt geben", sagte ein Sprecher. Auch über Umfang und Dauer des Ausstandes werde Cockpit noch informieren.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Annäherung der Piloten-Gehälter an das branchenübliche Niveau. Derzeit verdienen die Piloten von Air Berlin nach ihren Angaben deutlich weniger als ihre Kollegen bei Germanwings oder Condor.   

Air Berlin teilte mit, man werde alles dafür tun, um Flugunregelmäßigkeiten gering zu halten. Nach derzeitigem Stand sollen alle Flüge wie geplant stattfinden. Sobald weitere Informationen vorliegen, werde Air Berlin die Fluggäste auf seiner Website informieren.

Die Fluggesellschaft hatte 2011 nach jahrelangen Verlusten einen Sanierungskurs begonnen, mit dem sie ihre Kosten in diesem Jahr um 200 Millionen Euro senken will. Flüge wurden gestrichen, ebenso wie jeder zehnte der 9.000 Arbeitsplätze. Spürbare Erfolge des Programms erwartet die Airline aber erst im dritten Quartal. 

Auch dem Konkurrenten Germanwings drohen demnächst Streiks. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo rief ihre Mitglieder zur Urabstimmung auf. Grund sei, dass sich die Tarifverhandlungen über Gehälter und Arbeitsbedingungen des Kabinenpersonals seit neun Monaten hinziehen, teilte die Gewerkschaft mit. Stimmen mehr als 70 Prozent zu, kann es zu Streiks kommen. Die Urabstimmung soll noch bis zum 5. Juli laufen.