Deutsche BahnDie Weichen für die Flut stellen

Das Hochwasser hat auch viele Bahnverbindungen gekappt. Christian Endt hat sich das Krisenmanagement in einer Schaltzentrale in Berlin angesehen. von Christian Endt

Netzkoordinator Karsten Feske beobachtet in der Betriebszentrale Berlin den Bahnverkehr im Nordosten Deutschlands.

Netzkoordinator Karsten Feske beobachtet in der Betriebszentrale Berlin den Bahnverkehr im Nordosten Deutschlands.  |  ©Jörg Carstensen/dpa

In der Nacht auf Montag wird Erik Hinke vom Klingeln seines Handys geweckt. Um drei Uhr morgens erreicht ihn die Nachricht, dass eine Brücke, die bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt über die Elbe führt, wegen des Hochwassers gesperrt werden muss. Die gesperrte Brücke liegt auf der Bahnstrecke von Berlin nach Hannover, dort können jetzt keine Züge mehr fahren. Hinke, der die Betriebszentrale der Deutschen Bahn in Berlin leitet, führt von zu Hause aus ein paar Telefonate, dann fährt er ins Büro.

Sieben Betriebszentralen hat die Bahn-Tochter DB Netz in Deutschland, dazu kommt eine Leitzentrale in Frankfurt. Von Berlin aus kümmern sich die Mitarbeiter um alle Strecken in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, außerdem um die Fernzüge nach Hannover und Hamburg.

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Ob eine Brücke oder ein Streckenabschnitt wegen Hochwassers gesperrt wird, entscheidet nicht die Deutsche Bahn, sondern der örtliche Katastrophenstab. Der informiert dann die Bahn, die wiederum eine Umleitung finden muss.

Alle Gleise und Züge auf sechs Bildschirmen

In der Berliner Zentrale im Stadtteil Pankow setzen sich die Mitarbeiter zusammen und überlegen, welche Alternativrouten geeignet sind. Eigentlich gibt es für solche Situationen Notfallpläne, in denen festgelegt ist, bei welchen Streckensperrungen wie reagiert wird. Doch die helfen im Fall des aktuellen Hochwassers nichts, denn die vorgesehene Ausweichstrecke über Magdeburg musste ebenfalls gesperrt werden. "Wir konnten die Ordner gleich zugeklappt lassen", sagt Netzkoordinator Karsten Feske, der in der Nacht zu Montag Schichtleiter in der Betriebszentrale war.

Übersicht über gesperrte Strecken und Verspätungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn

©ZEIT ONLINE

Auf Feskes Schreibtisch stehen drei Telefone. Über sechs Bildschirme behält er alle Gleise, Weichen und Züge im Blick. Der Laie sieht ein nichtssagendes Durcheinander von bunten Strichen, kryptischen Abkürzungen und vielen Zahlen. Doch Feske kann daran auf einen Blick erkennen, ob ein Zug im Zeitplan liegt oder ob es irgendwo Probleme gibt.

Feske und seine Kollegen beschließen: Die Züge von Berlin nach Hannover werden über Wittenberge umgeleitet. Das verlängert die Fahrt um eineinhalb bis zwei Stunden, aber immerhin rollt der Verkehr. Der ICE von Berlin nach Frankfurt fährt einen einstündigen Umweg über Halle.

Leserkommentare
  1. ... um Züge trotz gesperrter Streckenabschnitte ans Ziel fahren zu lassen.

    Was war da jetzt gleich noch der Nachrichtenwert?

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    ... der den Artikel ergänzende Informationswert Ihres Beitrags?

  2. ... der den Artikel ergänzende Informationswert Ihres Beitrags?

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    ... fast so überflüssig ist, wie Ihr Zeug.

  3. ... fast so überflüssig ist, wie Ihr Zeug.

    Antwort auf "Worin lag noch ..."
  4. Von Berlin fährt mehrfach ein ICE durch bis Berner Oberland. Da er weiträumig umgeleitet werden musste, fiel er z.B. in Göttingen aus. Die Fahrt mit Ersatzverbindungen klappte immerhin zufriedenstellend, Verspätung nicht mehr als 1 Stunde.

    Etwas kindisch fand ich die Ansage in Göttingen, sowohl am 11. wie 13. Juni bei Sonnenschein: "Verehrte Fahrgäste, der ICE Berlin-Interlaken-Ost fällt aus. Grund ist ein Unwetter." Ein Unwetter also. Die Info: "Grund ist das Elbehochwasser" hätte man doch als Bürger mit einer gewissen Bildung in Heimatkunde schon erwarten dürfen. Ist das ein Betriebsgeheimnis, das man nicht erfahren soll? Ein leichtes Gefühl des Gefoppt-seins stellte sich ein - was die Bahn in diesem Fall doch gar nicht nötig hätte!

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    ... die zwei Züge, die von Berlin Hbf bis Interlaken Ost durchfahren (10.33, 12.33 Uhr) sind natürlich besonders repräsentativ ... – danke für diese elementare Information ;-)

  5. ... die zwei Züge, die von Berlin Hbf bis Interlaken Ost durchfahren (10.33, 12.33 Uhr) sind natürlich besonders repräsentativ ... – danke für diese elementare Information ;-)

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  • Schlagworte Deutsche Bahn | Ausnahmezustand | Bahn | Fernverkehr | Güterverkehr | Hochwasser
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