Fotografie : Äthiopien im Gegenlicht

Blauer Nil und pinke Schuluniformen: Dominik Fleischmanns Bilder aus Äthiopien strahlen selbst dann Ruhe aus, wenn sie das geschäftige Treiben in Addis Abbeba zeigen.

Dominik Fleischmann ist Student der BTK-Hochschule für Gestaltung. Mit einem Kommilitonen und ihrem Professor Hans Grimmling fuhr er nach Addis Abeba, um mit Kollegen von der University of Fine Arts eine Plakatkampagne für den Listros Day, den äthiopischen "Schuhputzertag", zu gestalten. Seine Bilder zeigen das beschauliche Dorfleben und das Treiben in der Hauptstadt – an beiden Orten müssen Kinder hart arbeiten, um zu überleben. Ihnen ist der Listros Day gewidmet.

Anzeige

Wandern, Radfahren und frische Wiesenluft

Starten Sie Ihren Urlaub in den Bergen

Reise starten

Kommentare

34 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Ja nun,

In Großbritannien wird auch Walisisch und Schottisch-Gälisch gesprochen, in Frankreich auch bretonisch, elsässisch, baskisch und korsisch, die sich theoretisch alle vom Gebrauch des Französischen bzw. Englischen diskriminiert fühlen könnten. Warum also sollte es verpönt sein, das in Äthiopien amtliche Amharisch (wie kommen Sie denn zu dieser spanischen Schreibweise dieser äthiopischen Sprache? Schon wieder so eine Absurdität...) als Landessprache anzuerkennen? Meines Wissens sind schwerwiegende ethnische Konflikte in Äthiopien in den letzten Jahrzehnten nicht vorhanden gewesen.

Und überhaupt: Auch eine deutsche Bezeichnung “Blauer Nil” ist doch dann genauso ‘neutral’ wie eine englische. Und darüber hinaus auch in Atlanten gebräuchlich. Ihre Entgegnung verstehe ich ehrlich gesagt vom Sinn her nicht... Nicht, daß ich nicht offen wäre für ein überzeugendes Argument pro “Blue Nile Falls”!

Ihre Argumentation hinkt gewaltig

1. Absurd ist meine Schreibweise überhaupt nicht, da ich leider keine amharische Schrift auf meiner Tastatur habe. Übrigens, Sie schreibens auch falsch, auch Ihres ist keine Lautschrift.
2. Fragen Sie mal wie viel Äthiopier deutsch sprechen, da doch lieber beim englisch bleiben. "Meines Wissens sind schwerwiegende ethnische Konflikte in Äthiopien in den letzten Jahrzehnten nicht vorhanden gewesen."
3. Informieren Sie sich mal "http://www.bbc.co.uk/news...".
4. Man dachte auch in Kenia wäre die Welt in Ordnung, bis es mal wieder eskalierte.

Bin gespannt auf Ihre, hoffentlich etwas stichhaltigere, Argumente.

Seufz

1. Die amharische Sprache heißt amharische Sprache: http://de.wikipedia.org/w...
So steht’s auch im Brockhaus oder im dtv-Lexikon.
Ich spreche doch auch französisch und nicht “français”, oder russisch und nicht “russkij”.

2. Es gibt einen Äthiopier, der sehr gut deutsch spricht: http://de.wikipedia.org/w...
Sein Buch “Manieren” kann ich empfehlen. Es ist allerdings, wie der Titel etwas irreführend nahelegt, kein Ratgeber, sondern ein verwunderter ethnologischer Blick von außen auf die Deutschen und ihr merkwürdiges Verhältnis zu sich selbst und – wie passend! – zu ihrer Sprache.
Ansonsten: Normalerweise werden deutsche Zeitungen von deutsch-sprechenden Lesern gelesen, auch wenn die Artikel vom Ausland handeln. Sonst hätte der Autor, wenn er wenigstens konsequent gewesen wäre, Bild 6 ja auch “Menelik Elementary School, Addis Abeba” betiteln können.

3. & 4. Europäer tendieren dazu, Afrika als eine Art Vorhof zur Hölle wahrzunehmen. Wenn in 2 afrikanischen Ländern vielleicht Bürgerkriege toben, herrscht in den anderen 90% Frieden! Wenn Ihre BBC-Randnotiz aus dem Jahre 2005 über einen Vorfall mit sage und schreibe 4-10 Toten als Beweis herhalten soll, Äthiopien als ein von ethnischen Konflikten zerrissenes Land darzustellen, erinnere ich daran, daß die Jugoslawienkriege und der Bürgerkrieg in Nordirland auch noch nicht so lange zurück liegen.

Bin gespannt auf Ihre, hoffentlich etwas stichhaltigere, Argumente.

Vielleicht ist ja alles nur ein Mißverständnis

Ich hatte zwar eindeutigst geschrieben, daß ich die Bezeichnung “Fälle des Blauen Nil” am naheliegensten gefunden hätte, aber notfalls hätte ich mich tatsächlich noch eher mit einem amharischen “Fälle des Abbai” anfreunden können:
http://de.wikipedia.org/w...

Es käme doch auch keiner auf die Idee, die äthiopische Hauptstadt “New Flower” statt “Addis Abeba” zu nennen, nur damit sich die Oromo nicht diskriminiert fühlen, in deren Sprache die Stadt “Finfinne” heiß, und um gleichzeitig das deutsche “Neue Blume” zu vermeiden, weil Äthiopier ja eher Englisch verstehen als Deutsch.

http://de.wikipedia.org/w...

http://en.wikipedia.org/w...

normalität

kompliziert machen es doch eher diejenigen, die sich nicht damit abfinden können, dass man momentan kein problem damit hat, im deutschsprachigen raum englische begriffe nach belieben zu benutzen. ob bildtitel, film- oder musiktitel, namen von produkten - es ist ja nicht so, als ob das neu oder unbeliebt wäre.
man kann sich natürlich ewig dagegen auflehnen, aber ändert das was? bzw. ändert es etwas für die, die kein problem damit haben, ihr bild "blue nile falls" zu nennen?
wer die deutsche sprache schätzt, kann sich aktiv für ihren gebrauch einsetzen. dafür gibt es vereine und andere interessengruppen. aber auch als privatperson steht es einem frei, anglizismen oder leihwörter zu vermeiden. ansonsten leben und leben lassen.
und totschlagargumente von "normalität" u.a. haben noch keinen weiter gebracht. was ist schon normal? ich persönlich finde ja, dass überhaupt alles teil von "normalität" ist, was mehr als eine person tut. so bleib ich offener, teile und herrsche ist öde und wird schon viel zu viel betrieben, da muss ich nicht mitmachen, indem ich mich erdreiste beurteilen zu wollen, was jetzt normal ist und was nicht.

nun ja

Die "Randnotiz" ist nur eine klare Widerlegung einer Ihrer Behauptungen, da brauchen Sie nicht mit Deutschland oder Irland kommen. Ignoriert wurden ethnische Konflikte auch zu genüge, da gibt es nichts zu leugnen. Mal ne Frage was ist in Ihren Augen normal? Vielleicht sind die Deutschen ja normal und Ihre Einstellung entspricht nicht der Normalität? Nur soviel zu Ihrer Meinung, dass Europäer dazu neigen Konflikte in Afrika überzudimensionieren. In Kenia hatte der kürzliche Konflikt sogar ziemliche Auswirkungen auf die Nachbarländer 8auch aus ökonomischer Sicht. In Tanzania wird tunlichst vermieden die Menschen dort nach Ethnien zuzuordnen (evtl. die Massai ausgenommen, das ist ja auch eher ein Geschäftsmodell). Tut mir leid, wenn ich mich jetzt nicht von Ihnen "normalisieren" lasse.

Ich glaub ich hab’s!

Wenn ich Sie nochmal an Ihren ersten Beitrag hier erinnern darf, läßt sich unser Dissenz vielleicht folgendermaßen auf den Punkt bringen:

Sie finden, daß die Deutschen normal sind, aber die deutsche Sprache nicht: http://d24w6bsrhbeh9d.clo...

... während ich – genau andersherum – eher die deutsche Sprache an sich normal finde, aber das Verhältnis der Deutschen zu ihr nicht.

(Womit ich übrigens auf einer Linie mit Wolfgang Thierse liege: “Das Verhältnis zur deutschen Sprache scheint bei der wissenschaftlichen Elite unseres Landes oftmals von Lieblosigkeit, wenn nicht Verachtung geprägt zu sein. Oftmals geht diese einher mit einer unreflektierten Anbiederung an das Englische, das dann gleichzeitig als einzige Wissenschaftssprache proklamiert wird.” http://www.zeit.de/wissen... oder http://www.thierse.de/arc... )

Wahrscheinlich liegt in beiden Positionen ein Fünkchen Wahrheit und ein Fünkchen Unwahrheit.

Der Klang des Hochdeutschen wäre auch besser, wenn die Deutschen sich etwas mehr Lokalkolorit gestatten würden. So wie in Spanien die katalanische oder galizische Sprache wertgeschätzt wird, könnten die Deutschen z.B. theoretisch auch das Plattdeutsche pflegen.

(übrigens: die direkte Übersetzung von “pen” wäre eigentlich “Stift” oder “Kuli”, und nicht “Kugelschreiber”. “Kugelschreiber” ist auf Englisch “biro” oder “ball pen”, wenn nicht gar “ballpoint pen”)