Tel AvivDie einzige Schwulenmetropole im Nahen Osten

Die Gay Pride lockt jedes Jahr Zehntausende schwule Touristen nach Tel Aviv. Der DJ Avihay Partok erklärt den Reiz, aber auch die Schattenseiten seiner Stadt. von Ulf Lippitz

Avihay Partok auf einer Dachterrasse in Tel Aviv

Avihay Partok auf einer Dachterrasse in Tel Aviv  |  © privat

Avihay Partok wundert sich. Allein der Zahncreme-Faktor! "Eine Tube Zahnpasta kostet in Tel Aviv vier Euro, in Berlin 80 Cent", sagt der DJ. Die Weiße Stadt ist teuer. Trotzdem versenken jedes Jahr Zehntausende schwuler Touristen ihre Urlaubsbudgets in Tel Aviv, besonders am zweiten Juni-Wochenende zur Pride-Parade. "Letztes Jahr kamen 20.000 schwule Touristen nur für das Wochenende." Partok lacht allein bei der Vorstellung, wie die 405.000 Einwohner auf einmal mit einem Fünftel mehr an Homosexuellen lebten. Wenn die Dachterrassen und Strände der Stadt von Elektroschleifen erschüttert werden, ist das aber auch ein starkes Signal. 

Denn Tel Aviv ist die einzige Schwulenmetropole im Nahen Osten, die "Blase", wie sie Israelis gern nennen. Was macht die Faszination dieses Ortes aus, der bekanntlich in einer ständig alarmbereiten Krisenregion liegt?

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Vielleicht ist genau das der Zauber des Nachtlebens – der Tanz auf dem Vulkan. Und Partok einer seiner besten Anheizer. Seit 15 Jahren legt der offen schwul lebende DJ im In- und Ausland auf, er hat mit Parties wie PAG und Cunt die Ausgehlandschaft mitgeformt und stellt beinahe jedes Wochenende sein Können unter Beweis. Freitagnacht, kurz nach zwölf, spielt er noch für sich in seiner Wohnung in der Gruzenbergstraße. Er hört sich durch seine Platten. Die Nadel kurz auf das Vinyl setzen, drei Sekunden lang, die Nadel ein bisschen weiter aufsetzen, Platte zurück in die Hülle und dann in eine schwarze Umhängetasche.

Eine Drag Queen tritt während des Gay Pride 2012 in Tel Aviv auf.

Eine Drag Queen tritt während des Gay Pride 2012 in Tel Aviv auf.  |  © JACK GUEZ/AFP/GettyImages

Es geht spät los an diesem Freitag, der in Israel unserem Samstag entspricht. Die Familien treffen sich nachmittags zum traditionellen Essen, vor 22 Uhr kommt da niemand raus, egal ob schwul, lesbisch, hetero. Wer nicht zur Familie geht, muss mit schwerem Telefonatsbeschuss seitens der Eltern rechnen. Partok ist 32, er hat seine Eltern dazu erzogen, dass sie sich nur noch jedes zweite Wochenende treffen – einen Monat lang sprachen sie nicht mehr mit ihm, so absurd fanden sie diese Neuerung.

Fünf Minuten zu Fuß von Partoks Wohnung entfernt liegt das "Shpagat" – das hebräische Wort für Spagat. Die Bar ist programmatisch eingerichtet: Rechts lehnen zwei Sprossenwände, ein Bock steht als Stuhl herum, vor dem Fenster liegen ein paar Turnmatten. Nicht, dass die Israelis es nötig hätten, zum Sport animiert zu werden. In Tel Aviv geht fast jeder Schwule ins Fitnessstudio und zeigt es. Ärmellose T-Shirts, kurze Hosen, so sieht die Ausgehuniform aus. Eine Nacht in der Schwulenszene fühlt sich deshalb an, als würde man in einer überlangen Sportstunde feststecken. Oder im Wartezimmer eines Tattoo-Studios. Beinahe jeder Schwule hat irgendwas auf freien Hautflächen zu zeigen. Einen Labradorkopf, Sternchenmuster wie auf einer Kinderzimmer-Tapete, das Konterfei von Madonna.

Der Markt

Laut einer Studie der Gay European Tourism Association geben schwul-lesbische Europäer pro Jahr zwischen 48 und 52 Milliarden Euro für Reisen aus. 

Eine von der Reisemesse ITB präsentierte Studie gibt an, dass schwule und lesbische Hotelgäste im Urlaub durchschnittlich 57 Prozent mehr Geld ausgeben als heterosexuelle Reisende.

Lesbische Reisende unterscheiden sich in ihrem Reiseverhalten wenig von schwulen Reisenden. Laut einer Umfrage des US-Magazins Curve reisen amerikanische Lesben viel, verdienen mehr als heterosexuelle Frauen und geben fast so viel Geld für Reisen aus wie Schwule.

Der Reisemarkt entwickelt sich dementsprechend. Airlines, Hotelketten und Veranstalter wenden sich mit speziellen Angeboten an die Zielgruppe. Einige davon stellen wir hier vor.

Die Serie

In loser Folge berichten wir auf ZEIT ONLINE über Reiseziele und Angebote:

Mit Gruppenreise zur Gay Pride geben wir einen Überblick über den Markt.

Reisereportagen berichten über Angebote und Veranstaltungen in Tel Aviv, New York, Fire Island und Buenos Aires. Weitere Themen sind geplant.

Das "Shpagat" ist Partoks zweites Wohnzimmer. Die Bar ist nicht zu groß, die Gäste sitzen auf nach oben führenden Holzterrassen und bleiben weitgehend unter sich. Schwule, Lesben, ein paar versprengte Heteros, die eine oder andere ausklingende Geburtstagsrunde. Hier treffen sich Freunde, um unter Freunden zu bleiben. Ein DJ legt elektronische Musik auf, ohne ernsthaft Tänzer zu erwarten, im Moment läuft ein Remix von Hercules & Love Affair, Blind.   

Andrew Butler, der Kopf von Hercules & Love Affair, sei vor ein paar Jahren in der Stadt gewesen und habe unbedingt zum schwulen Strandabschnitt hinter dem Hilton Hotel gewollt, erzählt Partok an der Bar. Also sei er mit ihm hingegangen, zum ersten Mal seit Langem, und es sei "peinlich" gewesen. Am Hilton Beach versammeln sich die Jungen und Schönen zum Bizeps-Spannen und Trizeps-Anfassen. Das müsse man entweder mit einer Prise Humor nehmen oder dem richtigen Glas Frozen Margarita. Da es beides dort nicht gibt, geht Partok nicht mehr hin. Lieber schlägt er den Weg Richtung Jaffa ein, zum Strand vor dem Restaurant Manta Ray. Bessere Getränke, weniger Schaulaufen. Doch eigentlich will Partok gar nicht raus: "Ich hasse Sonne."

Viele Europäer aus wintergeprüften Regionen zieht gerade die Sonnengarantie an. Vier Stunden Flug von Deutschland und man landet in einer anderen Welt, die dennoch merkwürdig vertraut scheint. Einen Cappuccino auf der Sheinkin Street trinken, Motto-T-Shirts auf der Bograshov kaufen, die flotten Kellner im Restaurant Suzana beobachten. Tel Aviv ist ein Ort, der nicht mehr zu Europa gehört, aber Europa sein möchte – und ein bisschen die politischen Probleme verdrängt. Niemand redet von außenpolitischen Konflikten, dafür von gestiegenen Mieten. 

Leserkommentare
  1. oder?
    im übrigen war bis vor kurzem auch Damaskus eine schwulenmetropole. und Beirut ist es immer noch.

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    "In Syrien haben Schwule und Lesben einen besonders schweren Stand. Homosexualität steht dort unter Strafe."

    Quelle: http://www.dw.de/homosexuelle-kein-coming-out-in-syrien/a-16237322

    Und Sie waren in Damaskus! :-)

  2. "Eine Tube Zahnpasta kostet in Tel Aviv vier Euro, in Berlin 80 Cent"

    Laut OECD Statistik sind die Lebenshaltungskosten in Israel 93% im Vergleich zu Deutschland. Und die Zahnpaste für 4 Schekel gibt es in Tel Aviv auch. Allerdings nicht im Schickimicki-Viertel am Meer.

    Eine Leserempfehlung
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    • eras
    • 08. Juni 2013 15:21 Uhr

    "Laut OECD Statistik sind die Lebenshaltungskosten in Israel 93% im Vergleich zu Deutschland. Und die Zahnpaste für 4 Schekel..."

    Das ist schon auf den ersten Blick beides totaler Quatsch. Ich hab in Jahren hier im Land noch nie eine Zahncreme für 4 Shekel gesehen. Nicht in Jerusalem, nicht in Tel Aviv, nicht in Ashdod oder Ashkelon. Die Preisspanne reicht von ungefähr 10 (no name) bis 25 (Colgate super duper). 15-20 Shekel ist der Durchschnittspreis.

    Ansonsten gilt für die normalen Israelis, abseits des Hightech-Sektors: halbes Einkommen und oft doppeltes Preisniveau.

    So zum Beispiel mein Feierabendbier auf dem Balkon meines Appartements im Außenbezirk von Jerusalem. Damit ich da überhaupt in einer weitgehend unrenovierten 60er-Jahre 3-Zimmer-Wohnung sitzen kann, gehen bei geschätzten 65qm Größe rund 1000 Euro über den Tisch.

    Das Bier, dass ich trinke, kostet laut OECD teure 8 Shekel. (1,60€). In der Realität sind das mindestens 10 Shekel (2€) und wenn man nicht das Billigste trinkt, dann auch gerne mal 12-14 (2,40-2,60). Pro Flasche. Im Supermarkt. Milchprodukte: 50-100% Aufpreis. Auto: doppelt so teuer. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Und wenn man erst mal Kinder hat...

    Einkommensniveau zum Vergleich: Ein Grundschullehrer in Israel bekommt zum Einstieg ziemlich exakt 1000€ brutto (1/3 des deutschen Kollegen). Viele Freunde mit Universitätsabschluss und Vollzeitjob gehen mit 4-6000 Shekeln nach Hause.

    Wir haben hier nicht umsonst Sozialproteste.

  3. "In Syrien haben Schwule und Lesben einen besonders schweren Stand. Homosexualität steht dort unter Strafe."

    Quelle: http://www.dw.de/homosexuelle-kein-coming-out-in-syrien/a-16237322

    Und Sie waren in Damaskus! :-)

    Antwort auf "ernüchternd"
    • eras
    • 08. Juni 2013 15:21 Uhr

    "Laut OECD Statistik sind die Lebenshaltungskosten in Israel 93% im Vergleich zu Deutschland. Und die Zahnpaste für 4 Schekel..."

    Das ist schon auf den ersten Blick beides totaler Quatsch. Ich hab in Jahren hier im Land noch nie eine Zahncreme für 4 Shekel gesehen. Nicht in Jerusalem, nicht in Tel Aviv, nicht in Ashdod oder Ashkelon. Die Preisspanne reicht von ungefähr 10 (no name) bis 25 (Colgate super duper). 15-20 Shekel ist der Durchschnittspreis.

    Ansonsten gilt für die normalen Israelis, abseits des Hightech-Sektors: halbes Einkommen und oft doppeltes Preisniveau.

    So zum Beispiel mein Feierabendbier auf dem Balkon meines Appartements im Außenbezirk von Jerusalem. Damit ich da überhaupt in einer weitgehend unrenovierten 60er-Jahre 3-Zimmer-Wohnung sitzen kann, gehen bei geschätzten 65qm Größe rund 1000 Euro über den Tisch.

    Das Bier, dass ich trinke, kostet laut OECD teure 8 Shekel. (1,60€). In der Realität sind das mindestens 10 Shekel (2€) und wenn man nicht das Billigste trinkt, dann auch gerne mal 12-14 (2,40-2,60). Pro Flasche. Im Supermarkt. Milchprodukte: 50-100% Aufpreis. Auto: doppelt so teuer. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Und wenn man erst mal Kinder hat...

    Einkommensniveau zum Vergleich: Ein Grundschullehrer in Israel bekommt zum Einstieg ziemlich exakt 1000€ brutto (1/3 des deutschen Kollegen). Viele Freunde mit Universitätsabschluss und Vollzeitjob gehen mit 4-6000 Shekeln nach Hause.

    Wir haben hier nicht umsonst Sozialproteste.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf ""der Zahncreme-Faktor""
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    Statistischen Daten sind objektiv, persönliche Meinungen subjektiv. Z.B. in der evidence based medicine gilt die Meinung von Experten (Stufe E) als so ziemlich wertlos.

    Und was kostet die billigste Zahnpasta in Netu'a?

    ... das Einkommen:

    "Israelisches Pro-Kopf-Einkommen auf europäischem Niveau

    Das Pro-Kopf-Einkommen in Israel ist erheblich angestiegen. Eine neue Einschätzung des Weltwährungsfonds (IMF) platziert Israel hinsichtlich dessen nun an 18. Stelle. Zuvor rangierte Israel auf Platz 21. Das auf Kaufkraft umgerechnete Pro-Kopf-Einkommen liegt der Schätzung nach bei 31 767 Dollar. Mit dieser Kaufkraftparität bewegt sich Israel auf ähnlichem Niveau wie Frankreich und Deutschland, die ein Pro-Kopf-Einkommen von 31 872 bzw. 32 178 Dollar aufweisen."

    Quelle: http://www.aicc.at/index.php?id=17&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=122...

    Das Einstiegsniveau bei Grundschullehrern beträgt in Ungarn 300 (!!!) EUR. Deutsche, Österreichische und Schweizer Lehrer sind extrem gut bezahlt.

    Momentanaufnahmen täuschen, egal was man betrachtet.

  4. Statistischen Daten sind objektiv, persönliche Meinungen subjektiv. Z.B. in der evidence based medicine gilt die Meinung von Experten (Stufe E) als so ziemlich wertlos.

    Und was kostet die billigste Zahnpasta in Netu'a?

    Antwort auf "OECD - SHMOECD..."
  5. ... das Einkommen:

    "Israelisches Pro-Kopf-Einkommen auf europäischem Niveau

    Das Pro-Kopf-Einkommen in Israel ist erheblich angestiegen. Eine neue Einschätzung des Weltwährungsfonds (IMF) platziert Israel hinsichtlich dessen nun an 18. Stelle. Zuvor rangierte Israel auf Platz 21. Das auf Kaufkraft umgerechnete Pro-Kopf-Einkommen liegt der Schätzung nach bei 31 767 Dollar. Mit dieser Kaufkraftparität bewegt sich Israel auf ähnlichem Niveau wie Frankreich und Deutschland, die ein Pro-Kopf-Einkommen von 31 872 bzw. 32 178 Dollar aufweisen."

    Quelle: http://www.aicc.at/index.php?id=17&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=122...

    Antwort auf "OECD - SHMOECD..."
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    • eras
    • 09. Juni 2013 11:01 Uhr

    Sie sollten die Motivation Ihrer Quellen im Auge behalten. Die Botschaftsversion ist die Präsentation einer Parallelrealität, die mit der Wirklichkeit nur den Ort gemein hat.

    Nun...hier ist die Realität:
    Israel ist eine extrem ungleiche Gesellschaft. Das von Ihnen angeführte Durchschnittseinkommen von jährlich 31767$ erreichen 75% der Angestellten nie. 50% Prozent der arbeitenden Israelis verdienen weniger als 5812 Shekel im Monat (1200€), also weniger als die Hälfte des von ihnen als "Durchschnitt" angeführten Betrags. Und 25% der Einkommen liegen sogar unter 3450 Shekel (715€). Ein Viertel der Bevölkerung und ein Drittel aller Kinder lebt in Armut. Und ich meine nicht die deutsche Hartz4-Armut mit Dach über dem Kopf und staatlich finanzierter Waschmaschine. Hier geht es um Leute, die sich dringend benötigte Medikamente nicht leisten können, die am Freitagnachmittag nicht wissen, was sie am Wochenende essen - und die mit der ganzen Familie in Einraumappartments "wohnen". Nicht wenige der Betroffenen sind Holocaustüberlebende, die vom israelischen Staat schon seit Jahren im Stich gelassen werden.
    http://www.haaretz.com/business/tax-data-half-of-all-israelis-earn-under...

    DAS ist die Realität der meisten Israelis. Wer das ignoriert, sollte sich nicht Zionist nennen.

  6. Das Einstiegsniveau bei Grundschullehrern beträgt in Ungarn 300 (!!!) EUR. Deutsche, Österreichische und Schweizer Lehrer sind extrem gut bezahlt.

    Momentanaufnahmen täuschen, egal was man betrachtet.

    Antwort auf "OECD - SHMOECD..."
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    • eras
    • 09. Juni 2013 14:05 Uhr

    "Und was kostet die billigste Zahnpasta in Netu'a?"

    Soll die Mehrheit der Israelis im Zentrum des Landes jetzt an die Nordgrenze fahren, um Zahnpasta zu kaufen...? Und ich bezweifele, dass man dort wesentlich weniger bezahlt.

    "Das Einstiegsniveau bei Grundschullehrern beträgt in Ungarn 300 (!!!) EUR. Deutsche, Österreichische und Schweizer Lehrer sind extrem gut bezahlt."

    Wo haben Sie denn diese illustre Zahl abgestaubt? Das Einstiegsgehalt eines Grundschullehrers in Ungarn betrug 2010 rund 10700$ im Jahr (http://www.oecd.org/edu/EAG%202012_e-book_EN_200912.pdf). Entspricht ziemlich genau dem Durchschnittsgehalt im Land. Das ist immer noch niedrig, keine Frage. Aber die ungarischen Lebenshaltungskosten sind es im Vergleich mit anderen Ländern eben auch (ungefähr 1/3 niedriger als in Deutschland) - insbesondere im Hinblick auf Wohnraum...

    • eras
    • 09. Juni 2013 11:01 Uhr

    Sie sollten die Motivation Ihrer Quellen im Auge behalten. Die Botschaftsversion ist die Präsentation einer Parallelrealität, die mit der Wirklichkeit nur den Ort gemein hat.

    Nun...hier ist die Realität:
    Israel ist eine extrem ungleiche Gesellschaft. Das von Ihnen angeführte Durchschnittseinkommen von jährlich 31767$ erreichen 75% der Angestellten nie. 50% Prozent der arbeitenden Israelis verdienen weniger als 5812 Shekel im Monat (1200€), also weniger als die Hälfte des von ihnen als "Durchschnitt" angeführten Betrags. Und 25% der Einkommen liegen sogar unter 3450 Shekel (715€). Ein Viertel der Bevölkerung und ein Drittel aller Kinder lebt in Armut. Und ich meine nicht die deutsche Hartz4-Armut mit Dach über dem Kopf und staatlich finanzierter Waschmaschine. Hier geht es um Leute, die sich dringend benötigte Medikamente nicht leisten können, die am Freitagnachmittag nicht wissen, was sie am Wochenende essen - und die mit der ganzen Familie in Einraumappartments "wohnen". Nicht wenige der Betroffenen sind Holocaustüberlebende, die vom israelischen Staat schon seit Jahren im Stich gelassen werden.
    http://www.haaretz.com/business/tax-data-half-of-all-israelis-earn-under...

    DAS ist die Realität der meisten Israelis. Wer das ignoriert, sollte sich nicht Zionist nennen.

    Antwort auf "Statistik über ..."

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