BadegewässertestADAC warnt vor Keimbelastung in Badeseen

Vor allem das Baden in Ufernähe kann krank machen, ergaben die Tests des ADAC. Dort sammeln sich besonders viele Keime. In zehn Seen sei die Wasserqualität bedenklich.

Der ADAC warnt vor Keimen in Badeseen: Gerade an familienfreundlichen Stränden und im flachen Wasser, in dem die Kleinsten planschen, gibt es teilweise hohe Konzentrationen von Keimen. Dies zeigt der neue Badegewässertest des Automobilverbandes. Die Bakterien können möglicherweise Krankheiten wie Durchfall auslösen.

Die Untersuchung bestätigte grundsätzlich die Ergebnisse vom vergangenen Jahr. Allerdings standen damals große Seen wie Bodensee und Chiemsee im Mittelpunkt. Dieses Jahr waren es 41 kleinere Seen rund um zwölf Großstädte.

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Etwa jede siebte Messstelle lieferte bedenkliche Keimkonzentrationen im ufernahen Flachwasser. Von 65 Teststellen bekamen 10 die Bewertung "bedenklich". 18 Messpunkte wurden mit "ausreichend" bewertet, 17 schnitten "gut" ab und 20 sogar "sehr gut". Dabei lagen Leipzig und Frankfurt am Main vorn: Hier schnitten fünf beziehungsweise vier von sechs getesteten Gewässern mit "sehr gut" ab.

Badegewässertest 2013

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Die Gewinner des Badegewässertests waren unter anderem das Strandbad am Langener Waldsee bei Frankfurt am Main, das Nordufer des Lußsees in München sowie das Nordufer des Ammelshainer Sees, das Ostufer des Cospudener Sees und das Strandbad im Kulkwitzer See, die alle in der Nähe von Leipzig liegen. Dort habe es nur sehr geringe Risiken für Badegäste gegeben, mit krankmachenden Keimen in Berührung zu kommen.

Testverlierer mit der Note "bedenklich" und der vergleichsweise höchsten Keimbelastung war die Messstelle am Südufer des Elfrather Badesees in Krefeld. Die Kommune warne dort inzwischen vor dem Baden, hieß es in der Mitteilung. Während aller Messungen hätten sich dort bis zu 100 Kanadagänse aufgehalten. Liegewiese und Ufer seien übersät gewesen mit Vogelkot. "Das ist ein bekanntes Problem am Elfrather Badesee", sagte Testleiter Nicolas Adunka. 

Für den Badegewässertest wurde drei Mal in der Saison 2012 und einmal zu Beginn der diesjährigen Saison zwischen Mitte Mai und Anfang Juni gemessen. Der Autofahrerklub nahm Proben an ausgewiesenen Badegewässern im flachen Wasser und damit an familienfreundlichen Stränden. Gesucht wurden nach den Keimen Escherichia coli und intestinale Enterokokken, die unter anderem Harnwegsinfektionen und Durchfall auslösen können.

Im Gegensatz zu den offiziellen EU-Messungen, die im Schwimmbereich ab einem Meter Wassertiefe vorgenommen werden, misst der ADAC bereits im ufernahen Flachwasser von bis zu 30 Zentimetern Tiefe. Der aktuelle Test zeigt deutlich, dass dieser vor allem von Kindern genutzte Bereich stärker mit gesundheitsgefährdenden Keimen belastet ist, als die Ergebnisse des EU-Berichts vermuten lassen.

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Leserkommentare
  1. "In zehn Seen sei die Wasserqualität bedenklich." ... Es sind lediglich 8 Seen. An zwei Seen wurde an zwei Messstellen gemessen. Kann man gut in der verlinkten Grafik ablesen.

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    • 29C3
    • 24. Juli 2013 22:26 Uhr

    "Qualitätsjournalismus"?

  2. 2 städte in ostdeutschland ist schon ein wenig armse(e)lig (berlin mal ausgenommen).....
    dresden und leipzig - man vermisst magdeburg oder halle und dessau - grad dort ist es doch interessant für die bevölkerung zu erfahren wie sauber oder verunreinigt die badeseedn nach dem hochwasser noch sind - wo ist rostock - ich wette dort wird auch gebadet....

    oder sollte ich mich irren ?

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    Der ADAC hat sich sehr viel Mühe mit der paritätischen Verteilung der Teststädte gemacht: 3 im Norden, 3 im Osten, 3 im Westen und 3 im Süden, wenn man mal Frankfurt etwas über den Weisswurstäquator schubst, der quer durch die Stadt verläuft.

    Der Osten stellt etwas mehr als ein Viertel der Fläche der BRD und hat etwas weniger als ein Viertel der Bevölkerung.
    Warum die jetzt irgendeine Extrawurst brauchen, erschließt sich mir nicht.

    Teilung und DDR sind lange vorbei.

  3. Diese Vögel da! Baden die einfach in einem Menschenbadesee! Sauerei! Und kacken tun die auch noch! Schlimm! Haben die keine eigenen Seen?
    Bestimmt hilft da die AfD! Geh ich jetzt wählen, nä? Tschö!

  4. Auf Grund der beiden unterschiedlichen Ergebnisse kann man nur fordern endlich alle Hunde vom Seen, in denen gebadet wird, zu verbannen.
    In Berlin wurde dies ja von den Parteien gelockert, um ihre Wähler nicht zu vergraulen.

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    Wenn man wirkliches Lösungsinteresse hat, guckt man sich die wahren Ursachen an und nicht nach dem, was einem in den Kram passt!

    Der erste Blick sagt: Das Badeverbot für Hunde es kaum sein, wenn der Hundestrand besser bewertet ist.

    Der zweite Blick sagt: Wenn man sich den Hauptgrund für die bessere Wasserqualität im Norden anguckt, liegt das daran, dass die Fließrichtung in der Krummen Lanke NICHT von Nord nach Süd geht, was man angesichts der sonstigen geografischen Verhältnisse und insbesondere der dominanten Fließrichtung der Havel nebenan denken könnte. Die Krumme Lanke wird aber aus dem Wannsee mit aufbereitem Wasser eingespeist, was zur veränderten Fließrichtung und sauberem Wasser im Norden führt.

    Ansonsten sind neben anderen Gründen nicht die Hunde IM See das Problem, sondern eher jene AM See. Wenn Sie dort am See koten und das Erdreich durch Buddeln aufgewühlt wird.

    http://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/verwaltung/um/1saub-schlacht...

    Das kann man ein wenig eindämmen, in dem man den Hunden das am Ufer nicht durchgehen lässt. Andererseits stellt sich jedoch auch die Frage, warum bei den beinah endlosen Wasserkilometern, die es in Berlin gibt, mit beinahe unzählige Bademöglichkeiten man nun ausgerechnet dieses eine Stück auch rings herum Hundefrei machen müsste (wie geschrieben, ein reines Badeverbot würde nichts bringen).

    Da fallen mir aber spontan wesentlich schwerwiegendere Dinge ein, die aus vermeintlicher Wählergunst getan oder unterlassen werden!

  5. ... würde ich mich ja fragen, warum ein Automobilclub Gewässerqualität testet. Und das jedes Jahr und jedes Jahr mit der gleichen Schlagzeile.

    Aber so ist mir das völlig egal. ;)

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  6. Ich weiss nicht so recht, ob Hunde das größte Problem sind. Die pinkeln glaube ich nicht in die Seen, aus denen sie theoretisch trinken könnten. Oder irre ich mich? Kenn mich nicht aus.
    Hier wurde aber zweimal betont, dass die betroffenen Seen oft jene sind, in denen viele Kinder baden. Warum man dann keinen eindeutigen Rückschluss ziehen kann...: "Lassen Sie Ihre Kinder doch bitte nicht in die Seen urinieren!"

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  7. wie ist der Grenzwert für E.Coli u.intestinale Enterokokken?
    Sollten sie es nicht wissen, dann schauen sie in die EG-Richtlinie für Badegewässer.

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  • Quelle Zeit Online, dpa, nsa
  • Schlagworte ADAC | Grafik | Saison | Wasser | Frankfurt am Main | Krefeld
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