Kinder springen in den Weißen See. © Thomas Peter/Reuters

Flusskrebse schlemmen in Mecklenburg

Ein glasklarer See, tiefe Ruhe und Sterne-gekrönte Küche. Diese mecklenburgische Dreifaltigkeit findet sich versteckt in weitgehend menschenleerer Landschaft – grob in der Mitte zwischen Hamburg, Berlin und Rostock liegt das Ich weiß ein Haus am See. Von den Zimmern des kleinen Hotels sind es nur wenige Schritte bis zum Badesteg und noch weniger in das halbrunde Restaurant von Michael Laumen. Kurze Wege gelten auch für die Küche: Auf den Teller kommen Fische, Flusskrebse, Wild, Kräuter und Pilze aus den Seen und Wäldern der Umgebung. Wer lange Wege mag, streift einfach durch die Landschaft. Es ist genug davon da. Kirsten Haake

Im Moorsee baden bei Bad Tölz

Hinter München, schon in Blickweite der Alpen, liegt Holzkirchen. Dahinter das Dorf Großhartpenning, dahinter das Dörfchen Kleinhartpenning und noch ein Stückchen weiter das Kloster Reutberg mit einem Moorsee, der aussieht wie eine Lüftlmalerei. Man kann drumherumlaufen, sich an das Ufer dieses weichbraunen Wassers legen, oder sich gleich hineinwerfen. Dann sieht man über sich nur noch bayerisches Weiß-Blau, und hört – nichts mehr. Wenn man davon vor Einbruch der Dunkelheit schon genug hat oder die mitgebrachten Getränke zu warm geworden sind, kehrt man zurück auf die Terrasse der Klosterbrauerei. Tadelloses Bier zu Obatzda, Radi oder Ente. Vorsicht: Auch die Portionen zeigen bayerische Größe. Wenke Husmann

Mit Robben schwimmen in Warnemünde

Vom Bahnhof Warnemünde rollt man seinen Koffer einmal über den Dorfplatz und ist da: Das Fischerhus, eine kleine Pension, liegt in einer Seitenstraße, man kann von dort direkt über die Promenade zum Strand laufen. Geht man in die andere Richtung, verstecken sich dort kleine Lokale. Außerdem lohnt sich ein Ausflug mit der Fähre zur Robbenstation Hohe Düne: Dort kann man sogar mit Robben schwimmen oder tauchen. Dagny Lüdemann

Planschen im oberfränkischen Felsenbad

Sie tragen in den grünen Hügeln Oberfrankens immerfort den Kampf aus, wer nun der schönere von beiden sei: Pottenstein oder Gößweinstein. Die beiden Städtchen übertrumpfen sich mit Titeln, Insignien und Besonderheiten, ruft das eine "Luftkurort, staatlich anerkannt", reckt das andere das Kinn und maunzt "Basilika, größter Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands" zurück. So geht es hin und her zwischen den pittoresken Kontrahenten, die nur zehn Kilometer trennen. Für Erfrischung an heißen Tagen ist beiderorts gesorgt: In Gößweinstein fließen die drei Flüsschen Wiesent, Ailsbach und Püttlch zusammen, deren flachen Betten zum wadenkühlenden Wassertreten laden. In Pottenstein lockt ein über 100 Jahre altes Felsenbad ins kalte Nass. Scheeee, wie der Franke sagt, ist beides.  Maria Exner


Floßfahren in der Uckermark

In der nördlichen Uckermark, direkt am Wentowsee, liegt die liebevoll sanierte Mühle Tornow. Sie ist Pension, Restaurant und Hofladen zugleich – zum Glück, denn wer hier nach einer Tour auf einem der Miet-Flöße einkehrt, freut sich nicht nur über köstliches regionales Essen, gekocht vom Sohn des Mühlenbesitzers, sondern auch über ein weiches Bett. Hat man eines der fünf Zimmer ergattert, darf man sich auch im idyllischen und verwunschen angelegten Garten erholen. Bevor es wieder zurück in den Alltag geht, kauft man noch schnell ein paar Köstlichkeiten im Hofladen. Dorothea Heidenreich

Abkühlen für Stubenhocker in Bremerhaven

Bremerhaven, unbedingt mal hin! Stadt der Fischbrötchen und der Möwen, wo die Weser träge in die Nordsee schwappt. Und in seinem Zentrum wölbt sich ein sonderbares Gebäude, sieht aus wie abgeworfen von hoch aus dem All: das Klimahaus. Entlang des achten Längengrades kann man dort spazieren, durch sämtliche klimatischen Bedingungen, die da auf Weg liegen. Kurz versinken im glühenden Niger! Einmal ins tropische Samoa, der Dschungel spielt dazu vom Blatt. An schwülen Tagen besonders beliebt: das antarktische Königin-Maud-Land in all seinen Minusgraden. Der kälteste Ort, den Norddeutschland in diesen Wochen zu bieten hat. David Hugendick