"Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon, der in München wohnt", schrieb der Münchner Dichter Eugen Roth. Klingt anmaßend, aber vielleicht versteckt sich in diesen Zeilen tatsächlich das Geheimnis der Münchner Zufriedenheit. Denn zwischen Frauenkirche und Altem Peter, zwischen Englischem Garten und Isarufer, Schloss Nymphenburg und Residenz, zwischen Prunk und Pracht findet man sie, die urbayrische Gelassenheit, die München ausmacht.

Um sich auf einen Besuch in München vorzubereiten, bietet das Internet zahlreiche Quellen. Apps erklären Viertel und Wege. Stadtmagazine informieren über Konzerte und Ausstellungen. Blogs stimmen auf Geschäfte und Restaurants ein. Wir stellen die besten Netzfunde vor.

Apps

Klassisches Sightseeing, eine Abkühlung im Schwimmbad oder doch erst einmal ein Helles im Biergarten? Die offizielle App des Stadtportals (iOS und Android, kostenlos) hat Adressen und Infos zu so ziemlich allen Lokalitäten. Das aktuelle Kinoprogramm gibt es obendrein. Ähnliche Informationen, etwas schicker aufbereitet, bietet der solide Rundum-Reiseführer von mTrip (iOS und Android, circa fünf Euro).

Einen historischen Rundgang durch die Stadt ermöglicht das mit dem Grimme Award ausgezeichnete Projekt Memory Loops. Die Künstlerin Michaela Melián hat 300 Tonspuren zu Orten des Nationalsozialismus in München gesammelt. Die Karte und Geschichten können per App (iOS, kostenlos) oder per Website aufgerufen werden. Ebenfalls ortsbasiert ist die App der Bayrischen Staatsbibliothek über Ludwig II. (iOS, kostenlos) für alle, die auf den Spuren des Märchenkönigs in und um München herum wandeln möchten. Wer sich verirrt, kommt mit der Verkehrsapp der Münchner Verkehrsbetriebe (iOS und Android, kostenlos) garantiert wieder zurück. Oder man verfolgt die S-Bahn live auf deren Website.

Der Olympiapark hat eine eigene App für seine zahlreichen Veranstaltungen (iOS und Android, kostenlos). Versteckte Schätze aus der Kunstsammlung hält die iPad-App Open Boxes der Staatlichen Graphischen Sammlung (iOS, kostenlos) bereit. Das Deutsche Museum bietet den Audioführer durch die Ausstellung gleich zum Download an. Auf der Heimreise kann man dann mit dem Pocket Quiz München (iOS, 0,89 Euro) das neu erworbene Wissen testen: Was ziert zum Beispiel das Münchner Stadtwappen? Kleiner Tipp: Es sind ausnahmsweise keine Löwen.

Stadtmagazine

Klassische Veranstaltungskalender, Restaurantempfehlungen und Interviews enthalten die Stadtmagazine Prinz, inMuc und IN MÜNCHEN. Mehrsprachig präsentiert sich das Kultur- und Lifestyle-Angebot One's Prime. Auch hier verstecken sich so manche Reisetipps im Archiv: Wer zum Beispiel schon immer mal wissen wollte, wo Meister Eder seine Werkstatt hatte, wird bei einer individuellen Stadtführung an die Münchner TV-Drehorte  glücklich.

Jüngst mit einem Preis ausgezeichnet ist Mucbook, das der Lokaljournalist Marco Eisenack als Blog ins Leben rief, inzwischen aber mit seiner Mischung aus Lokalnachrichten, Rezensionen und auch kritischen Meinungen fast zum eigenständigen Online-Magazin gewachsen ist.

Das Stadtmagazin curt erscheint viermal jährlich und liegt in ausgewählten Lokalen aus. Oder man besorgt es sich gleich als e-Paper. In der aktuellen Ausgabe dreht sich alles um die urbane Sport- und Bewegungskultur Münchens, ohne klassische Ausgeh- und Musiktipps vermissen zu lassen. Kunstfans sollten einen Blick auf ARTMuc werfen: Auf den fast 50 Seiten des monatlichen Magazins findet auch jede noch so kleine Ausstellung und Vernissage Erwähnung. Tipps und Geschichten gezielt für Kinder stellen die Magazine kollossal und Himbeer sowohl in Print als auch online vor.