City Guide MünchenMünchen im Netz

Eine Stadt zwischen Pracht und typisch bayrischer Gelassenheit. Wir stellen die besten Websites und Onlinetipps für die Planung Ihrer Reise nach München vor. von 

Am Isarufer in München

Am Isarufer in München  |  © Sebastian Arlt für DIE ZEIT

"Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon, der in München wohnt", schrieb der Münchner Dichter Eugen Roth. Klingt anmaßend, aber vielleicht versteckt sich in diesen Zeilen tatsächlich das Geheimnis der Münchner Zufriedenheit. Denn zwischen Frauenkirche und Altem Peter, zwischen Englischem Garten und Isarufer, Schloss Nymphenburg und Residenz, zwischen Prunk und Pracht findet man sie, die urbayrische Gelassenheit, die München ausmacht.

Um sich auf einen Besuch in München vorzubereiten, bietet das Internet zahlreiche Quellen. Apps erklären Viertel und Wege. Stadtmagazine informieren über Konzerte und Ausstellungen. Blogs stimmen auf Geschäfte und Restaurants ein. Wir stellen die besten Netzfunde vor.

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Apps

Klassisches Sightseeing, eine Abkühlung im Schwimmbad oder doch erst einmal ein Helles im Biergarten? Die offizielle App des Stadtportals (iOS und Android, kostenlos) hat Adressen und Infos zu so ziemlich allen Lokalitäten. Das aktuelle Kinoprogramm gibt es obendrein. Ähnliche Informationen, etwas schicker aufbereitet, bietet der solide Rundum-Reiseführer von mTrip (iOS und Android, circa fünf Euro).

Einen historischen Rundgang durch die Stadt ermöglicht das mit dem Grimme Award ausgezeichnete Projekt Memory Loops. Die Künstlerin Michaela Melián hat 300 Tonspuren zu Orten des Nationalsozialismus in München gesammelt. Die Karte und Geschichten können per App (iOS, kostenlos) oder per Website aufgerufen werden. Ebenfalls ortsbasiert ist die App der Bayrischen Staatsbibliothek über Ludwig II. (iOS, kostenlos) für alle, die auf den Spuren des Märchenkönigs in und um München herum wandeln möchten. Wer sich verirrt, kommt mit der Verkehrsapp der Münchner Verkehrsbetriebe (iOS und Android, kostenlos) garantiert wieder zurück. Oder man verfolgt die S-Bahn live auf deren Website.

Der Olympiapark hat eine eigene App für seine zahlreichen Veranstaltungen (iOS und Android, kostenlos). Versteckte Schätze aus der Kunstsammlung hält die iPad-App Open Boxes der Staatlichen Graphischen Sammlung (iOS, kostenlos) bereit. Das Deutsche Museum bietet den Audioführer durch die Ausstellung gleich zum Download an. Auf der Heimreise kann man dann mit dem Pocket Quiz München (iOS, 0,89 Euro) das neu erworbene Wissen testen: Was ziert zum Beispiel das Münchner Stadtwappen? Kleiner Tipp: Es sind ausnahmsweise keine Löwen.


Legende: Rot = Essen, Grün = Ausgehen, Gelb = Schlafen
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Stadtmagazine

Klassische Veranstaltungskalender, Restaurantempfehlungen und Interviews enthalten die Stadtmagazine Prinz, inMuc und IN MÜNCHEN. Mehrsprachig präsentiert sich das Kultur- und Lifestyle-Angebot One's Prime. Auch hier verstecken sich so manche Reisetipps im Archiv: Wer zum Beispiel schon immer mal wissen wollte, wo Meister Eder seine Werkstatt hatte, wird bei einer individuellen Stadtführung an die Münchner TV-Drehorte  glücklich.

Jüngst mit einem Preis ausgezeichnet ist Mucbook, das der Lokaljournalist Marco Eisenack als Blog ins Leben rief, inzwischen aber mit seiner Mischung aus Lokalnachrichten, Rezensionen und auch kritischen Meinungen fast zum eigenständigen Online-Magazin gewachsen ist.

Das Stadtmagazin curt erscheint viermal jährlich und liegt in ausgewählten Lokalen aus. Oder man besorgt es sich gleich als e-Paper. In der aktuellen Ausgabe dreht sich alles um die urbane Sport- und Bewegungskultur Münchens, ohne klassische Ausgeh- und Musiktipps vermissen zu lassen. Kunstfans sollten einen Blick auf ARTMuc werfen: Auf den fast 50 Seiten des monatlichen Magazins findet auch jede noch so kleine Ausstellung und Vernissage Erwähnung. Tipps und Geschichten gezielt für Kinder stellen die Magazine kollossal und Himbeer sowohl in Print als auch online vor.

Leserkommentare
    • Hofres
    • 22. August 2013 11:11 Uhr

    Ich bin Zugereister, wenngleich auch aus dem süddeutschen Kulturraum, wir verstehen uns also. Seit zehn Jahren lebe ich hier, mit einer studienbedingten Unterbrechung in Schweden, und ich hatte selbst in der Auslandszeit regelrechtes Heimweh nach dieser Stadt. Mittlerweile habe ich mit einer echten Münchnerin ein fast echtes Münchner Kindl und ich bin mit dieser Stadt so verwachsen, wie man es nur sein kann.

    Es ist schon komisch. Als gebürtiger Markgräfler komme ich selbst aus einer weitaus schöneren Gegend (das Münchner Umland hat bis auf die Seen weder Wein noch Hügel noch Wald zu bieten) und gerade deshalb ist die Stadt unvergleichbar.

    Es ist der Geist dieser Stadt, Sommers wie Winters, der sie so Einzigartig macht. Gerade im Sommer lässt er sich am besten beobachten:

    Das grantlhafte, mit Leichtigkeit durch die Stadt streifende, mit laissez-faire gepaarte, weltoffene aber gleichwohl verschlossene (weil Süddeutsche nunmal so sind) Lebensgefühl. Die Hassliebe zu Touristen. Die Maß und der (selbsgemachte Obatzde) im Biergarten. Die Isar. Das Feiern durch die Nacht und das Nach-Hause-Laufen (weil München erlaufbar ist). Das Dorf in der Großstadt. Das Nicht-Abgefuckte (weil es auch so geht). Die Kultur. Die guten Jobs.

    Natürlich sind die Mieten zu teuer, natürlich könnten die U-Bahnen Nachts auch durchfahren.

    Es ist nicht alles so toll an dieser Stadt, aber es ist trotzdem meine Stadt und ich liebe sie von ganzem Herzen.

    Man sieht, es geht auch ohne Berlin-Vergleich.

    Eine Leserempfehlung
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    Zitat: "das Münchner Umland hat bis auf die Seen weder Wein noch Hügel noch Wald zu bieten"

    Wald gibt es im Umland mehr als genug.
    Hügel gibt es in den Isarauen mehr als genug, die nächsten unabhängig davon schon in Freising...
    Zu den Alpen ist's ein Katzensprung.
    Anstelle von Wein gibt es eine Menge Biergärten ;-)
    Es gibt also weitaus mehr um München, als "nur" Seen.
    Die Isarauen, der englische Garten, der Nymphenburger Garten etc. - in München...

    • Hofres
    • 23. August 2013 10:59 Uhr

    Wald gibt es nicht mehr als genug, sondern räumlich sehr begrenzt. Fahren Sie mal in den Südschwarzwald, da merken Sie was ich meine. Wenn Sie mit "Hügeln in den Isarauen" generell die Hangkante zur Isar meinen, wohne ich in Giesing ja fast schon auf dem Berg ;) Fahren Sie mal ins Markgräflerland, dann merken Sie was Hügel sind. Und Wein (an den Hügeln) ist ein Augenschmaus. Bier im Biergarten nicht immer.

    Grüße

  1. Diese Stadt ist teuer, spießig, glattgebügelt, oberflächlich.
    Ich verstehe es einfach nicht.

    5 Leserempfehlungen
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    Wer hat Ihnen denn das eingetrichtert ?!
    Münchener sind open-minded & vorallem sympathisch.
    In keiner anderen Stadt werde ich so angenommen wie ich bin. In anderen Städten wie zB Düsseldorf, wird man als bärtiger Student ziemlich böse & vor allem verachtet angeschaut. Es mag zwar sein dass sich die Lebenskosten, gegenüber anderen Städten - beachtlich teuer ist... jedoch verdient man in dieser Stadt ziemlich gut.

    So wie man auf die Menschen zu geht, wird man auch empfangen & behandelt.

  2. ... "die besten Websites und Onlinetipps für die Planung Ihrer Reise nach München" gefunden zu haben?
    Warum kann man nicht schreiben: "Wir stellen eine Reihe guter Apps und Websites (...) vor"?

    "Wer seinen Gegenstand nicht beherrscht, der macht von Komparativen und Superlativen reichlich Gebrauch."
    Ernst Jünger

  3. Wer hat Ihnen denn das eingetrichtert ?!
    Münchener sind open-minded & vorallem sympathisch.
    In keiner anderen Stadt werde ich so angenommen wie ich bin. In anderen Städten wie zB Düsseldorf, wird man als bärtiger Student ziemlich böse & vor allem verachtet angeschaut. Es mag zwar sein dass sich die Lebenskosten, gegenüber anderen Städten - beachtlich teuer ist... jedoch verdient man in dieser Stadt ziemlich gut.

    So wie man auf die Menschen zu geht, wird man auch empfangen & behandelt.

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    ... wird man auch empfangen & behandelt.

    Da scheinen sie in Düsseldorf was falsch gemach zu haben. Denn wer dort keinen Anschluß findet, "isset selbs schold", wie der Düsseldorfer sagen würde.

    ... und kommen meistens nicht aus München !
    Der "Münchner" kommt meistens aus Hamburg, Köln, Düsseldorf oder Stuttgart ! Ehemals Einheimische können sich "Minga un söi Schmarr`n" schon lange nicht mehr leisten !

  4. Ich wohne seit 40 Jahren in München und konnte diese Stadt noch nie wirklich leiden, bin hier nie glücklich geworden und werde vermutlich mal einsam und frustriert in dieser Stadt sterben. München ist dann toll, wenn man ein leichtfüßiger Mensch ist, der gerne mitmacht, Anteil nimmt, sich mitreißen und motivieren lässt, leistungsbereit und wenig reflektiert ist. Wenn man all dies nicht ist, kann München eine wahre Horrorstadt sein.

    Was ich München am meisten verüble ist die Tatsache, dass diese Stadt mich nie losgelassen hat, dass sie immer wie Kaugummi an meinen Schuhsohlen klebte und mich stets mit ihren offensichtlichen Reizen verführte, so wie man sich hoffnungslos in eine attraktive Frau verliebt, bei der man eigentlich keine Chance hat und die einem alles andere als gut tut. Ich hätte längst den Absprung wagen müssen, nur ist es mir nie gelungen und jetzt bin ich mittlerweile zu alt, zu bequem und viel zu desillusioniert, um noch einmal in einer anderen Stadt etwas Neues anzufangen. München hat zweifellos eine schöne Fassade, viele offensichtliche Reize und ein ebenso attraktives wie verführerisches Wesen, doch dahinter verbirgt sich die eiskalte Seele eines unersättlichen und leider auch sehr einfältigen Wesens, das sich täglich neue Opfer sucht und sie auch immer wieder findet. Eigentlich bräuchte diese Stadt einen Warnhinweis, wie man ihn auf Zigarettenschachteln findet. Denn diese Stadt macht sehr schnell süchtig und ehe man es realisiert, ist man abhängig.

    Eine Leserempfehlung
  5. Zitat: "das Münchner Umland hat bis auf die Seen weder Wein noch Hügel noch Wald zu bieten"

    Wald gibt es im Umland mehr als genug.
    Hügel gibt es in den Isarauen mehr als genug, die nächsten unabhängig davon schon in Freising...
    Zu den Alpen ist's ein Katzensprung.
    Anstelle von Wein gibt es eine Menge Biergärten ;-)
    Es gibt also weitaus mehr um München, als "nur" Seen.
    Die Isarauen, der englische Garten, der Nymphenburger Garten etc. - in München...

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Oh München"
  6. ... wird man auch empfangen & behandelt.

    Da scheinen sie in Düsseldorf was falsch gemach zu haben. Denn wer dort keinen Anschluß findet, "isset selbs schold", wie der Düsseldorfer sagen würde.

    Eine Leserempfehlung
  7. Ich bin geborene Münchnerin, mit einem gebürtigen Münchner verheiratet und Mutter eines Münchners ;o).

    Einerseits gibt es natürlich schon (noch) dieses Laissez-faire-Gefühl, andererseits musst Du Dir dieses Gefühl auch leisten können (was es ad absurdum führt). Die Armut fällt immer mehr auf und Flaschensammler kann man genauso sehen, wie in anderen Großstädten. Mir tut diese Entwicklung in der Seele weh.

    Die Gegensätze haben sich seit Schröder massiv verstärkt.

    Ich hatte das immer an Berlin kritisiert, dass die Brüche so hart sind und dass man das Gefühl hat, dass die Menschen in Berlin entweder arm oder reich sind. Irgendwie fehlt in Berlin die breite Mittelschicht - zumindest in meiner Wahrnehmung.

    München ist inzwischen auch auf diesem Trip. Es gibt Stadtteile, z.B. Giesing, in denen einerseits wirklich sehr teure Eigentumswohnungen verkauft werden und in denen andererseits viele abgerissene Menschen herumlaufen, die man in die Kategorien Hartz-V bis HartzVIII (um es etwas sarkastisch zu sagen) einordnen könnte.

    Diese Brüche gab es früher in dieser extremen Form nicht.

    Mich trösten nur die unzufriedenen, wenn auch gelifteten Gesichter, die in der Maximilianstraße bepackt mit Einkaufstaschen führender Designer mit herunterhängenden Mundwinkeln und leerem Blick herumlaufen.

    Gier macht nicht glücklich, das kann man dort sehr gut sehen. Vielleicht zieht man ja irgendwann die richtigen Schlussfolgerungen aus dieser Tatsache....

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