City Guide RomRom im Netz

In Rom trifft jahrtausendealte Geschichte auf moderne Ausgehkultur. Wir haben die besten Websites und Apps versammelt, die Sie durch beide Welten navigieren. von 

Das Kolosseum bei Nacht

Das Kolosseum bei Nacht  |  © Benvegnu' Guaitoli/Reuters

Die Motorroller knattern über das Kopfsteinpflaster. Auf dem Campo de' Fiori breiten die Händler Blumen und Gemüse aus, vom Palatin aus strahlen die Überreste des Forum Romanum und des Circus Maximus in der Sonne, und auch vor dem Kolosseum und dem Pantheon erscheint die fast 3.000-jährige Geschichte plötzlich ganz nah. 

Rom ist bis heute ein Wahrzeichen der europäischen Kultur – und ganz schön fordernd für die Besucher. Das Internet hilft bei der Planung der Reise: Apps erklären Viertel und Wege. Stadtmagazine informieren über Veranstaltungen. Blogs stellen Restaurants und Geschäfte vor. Wir haben die besten Netzfunde gesammelt.

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Apps

Dass die italienische Hauptstadt bisweilen die Sinne überfordern kann, mussten auch die großen Denker feststellen: "Anderer Orten muss man das Bedeutende aufsuchen, hier werden wir davon überdrängt und überfüllt", schrieb Goethe während seines 15-monatigen Besuchs im Jahr 1786. Heute gibt es glücklicherweise Apps. Zum Beispiel der Komplettreiseführer von mTrip (iOS und Android, vier Euro) mit Offline-Stadtplan und Reiseplaner. Probus Roma (iOS und Android, kostenlos) kennt die Busrouten und Haltestellen zu den angesagtesten Plätzen.  

Sightseeing macht hungrig. Deshalb empfiehlt sich ein Blick auf die Apps von zwei Autorinnen aus Rom. Katie Parlas Rome for Foodies (iOS und Android, zwei Euro) stellt in einer liebevoll gezeichneten App rund 175 ausgesuchte Restaurants, Bars und Eisdielen vor. Eine Alternative ist EatRome von Elizabeth Minchilli (iOS und Android, zwei Euro), die auch persönlich kulinarische Führungen durch Rom anbietet. Ist die Auswahl erst einmal getroffen, wartet die Speisekarte: Dank des Italian Menu Decoder (iOS, vier Euro), der von Acquacotta bis Ziti so ziemlich jedes italienische Gericht kennt, ist auch sie schnell entschlüsselt.

Geheimtipps versprechen die Apps Hidden Rome (iOS, drei Euro) und Rome's Ancient Treasures (Android, 2,50 Euro). Geheimnisse ranken sich nicht erst seit Dan Browns Illuminati um die Vatikanstadt: Die preisgekrönte iPhone-App der Vatikanischen Museen (iOS, 5,49 Euro) lüftet mit Fotografien, Kunstwerken, 3D-Karten und knapp zwei Stunden englischsprachigem Audiomaterial vielleicht einige von ihnen.

Stadtmagazine

Ob eine echte Carbonara, eine Fettucine Alfredo oder ein Wein von den sonnigen Hügeln des Latiums: Wie im Rest Italiens feiert man auch in Rom die Spezialitäten der Region. Auf The Rome Digest geben sieben Foodbloggerinnen wöchentlich eine Übersicht über kulinarische Veranstaltungen, vom Fassanstich in lokalen Brauereien bis hin zum beliebten Gnocchi-Festival.

Das führende englischsprachige Stadtmagazin Roms heißt Romeing. Hier stellen Expats von Bibliotheken zu traditionellen römischen Bädern und Streetart-Hotspots so ziemlich alles vor. Das monatliche Magazin mit Themenschwerpunkten gibt es außerdem auch als PDF online. Für Nachtschwärmer lohnt ein Besuch auf 2night, Timeout oder dem Auswandererportal Wanted in Rome, dessen Veranstaltungskalender zu den ausführlichsten im Netz gehört. Auch hier erscheint einmal im Monat ein Magazin.

Reiseführer

Alle Wege führen bekanntlich nach Rom, doch für viele Reisende enden sie oft in der nächsten Schlange: Gerade in den Sommermonaten platzt die Stadt aus allen Nähten. Deshalb lohnt es sich, schon vorab private Stadtführungen zu buchen. Auf TripAdvisor gibt es eine Übersicht mit Angeboten, die von Taxi über Fahrrad bis hin zu Segways und – wie zu Cäsars Zeiten – Pferden so ziemlich jedes Fortbewegungsmittel abdecken.

Ausgewählte Themenseiten über die Stadt präsentieren die Websites des Guardian, des Lonely Planet und der Süddeutschen Zeitung. Hier lohnt sich wie immer ein Blick auf die persönlichen Tipps der Korrespondenten und Insider. Apropos Insider: Auf Spotted by Locals und Browsing Rome geben Bewohner Roms Tipps zu Plätzen, die nicht in jedem Reiseführer auftauchen. Etwa von welchem der sieben Hügel sich der Sonnenuntergang am besten beobachten lässt.

Viele langjährige Besucher schwören auf einen planlosen Spaziergang durch die Stadt. Abseits der Touristenpfade verstecken sich auch hier so manche Mode- und Designgeschäfte, in denen das moderne römische Handwerk lebt. Die gebürtige Römerin Angela Liguori hat auf design*sponge eine ausführliche Auswahl an Geschäften und Boutiquen getroffen. Wer sich nicht gerne treiben sondern lieber leiten lässt, findet auf Frommer's gleich mehrere Karten mit Fußrouten.

Blogs

Gut zu Fuß sind auch die deutschsprachigen Bloggerinnen und Blogger von Der Blog aus Rom und Rome and Home. In ersterem bloggt Claudius Zier zwar nicht oft, aber beständig, über die römische Geschichte und Architektur in vielen Einträgen zu Kirchen, Monumenten und anderen Sehenswürdigkeiten abseits bekannter Pfade. Die Autorin von Rome and Home lebt zwar inzwischen wieder in München, doch in drei Jahren Rom hat sie so manche kurzweilige Geschichte aus dem römischen Alltagsleben aufgeschrieben. Zum Beispiel, wieso die Müllfrauen in Rom etwas ganz Besonderes sind oder wieso der Zoo Bioparco heißt.

Sehr bilderreich ist das Blog An American in Rome. Die junge Amerikanerin sammelt in ihrem Blog viele Szenen aus Rom und dem Umland. Wer noch etwas Zeit übrig hat, könnte etwa der beschaulichen Gemeinde Calcata einen Besuch abstatten. Ein klassisches Lokalitätenblog betreibt dagegen die Dänin Birgitte Brøndsted unter My Sweet Rome. In rund 200 Beiträgen stellt sie Cafés, Eisdielen oder grüne Plätze zum Entspannen vor. Die Sammlung gibt es auch als eBook.

Rom auf Vimeo

Ein verpasster Zug, eine Nacht in Rom und die große Liebe – davon handelt der Stop-Motion-Kurzfilm Notte Sento von Daniele Napolitano. Die schlafende Stadt dient als Kulisse.

Romantisch kommt auch Jeremy Janins kleines, poppiges Reisevideo Rome daher. Die passenden Bilder in Janins Blog sind ebenfalls sehenswert.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Urbs Aeterna von Enrique Pacheco. In beeindruckenden Timelapse-Aufnahmen zeigt er die bekanntesten Bauwerke der Stadt.

Rom in Bildern

In kaum einer anderen europäischen Stadt wird die Geschichte so gepflegt wie in Rom. Da das historische Zentrum fast komplett unter Denkmalschutz steht, sind Baumaßnahmen nur selten erlaubt. Das moderne Rom findet sich in den Außenbezirken oder bei genauerem Hinsehen. In den Flickr-Gruppen Rome und Rome Sweet Home trifft die alltägliche Geschäftigkeit auf beeindruckende Panoramaaufnahmen. Im RomePhotoBlog lebt die Historikerin Jessica Stewart ihre Leidenschaft für Barock und Street-Art aus und auf der Fotoplattform 500px präsentiert sich die Metropole von einer selbst für die Einheimischen ungewohnten Seite – nämlich wenn es schneit.

Weitere Informationen

Allgemeine Stadt- und Reiseinformationen gibt es auf Wikipedia, auf Wikitravel und der Website der Tourismusbehörde. Einen computeranimierten Blick in das Rom von der Bronzezeit zum Mittelalter eröffnet das internationale Forschungsprojekt Rome Reborn. Für Abkühlung sorgen die mehr als 2.500 Trinkwasserbrunnen in der Stadt, eine Google Map zeigt den Weg zur nächsten. Alternativ kann man natürlich auch in ein klimatisiertes Museum gehen. In Rome Now informiert über die aktuellen Ausstellungen.


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Leserkommentare
    • APGKFT
    • 01. Oktober 2013 8:29 Uhr

    Rom muss man sich erlaufen, wie wir es vor einem Jahr getan haben!

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Rom im August, 37 Grad im Schatten, der Himmel ist wie Blei ! Man beneidet die Katzen, die sich unter den Artefakten zum Chillen sortiert haben und man selbst praktiziert Trinkbrunnenhopping (eiskaltes Wasser für Umme !) und läuft die Forumroute : Beginnend mit einem morgendlichen Capuccino im Forumcafe ( 1,50€) gehts an den Trajnoischen Märkten vorbei, Richtung Innenstand, ab ins Gewühl.......

    Apps ? Geradezu lächerlich !

  1. Rom im August, 37 Grad im Schatten, der Himmel ist wie Blei ! Man beneidet die Katzen, die sich unter den Artefakten zum Chillen sortiert haben und man selbst praktiziert Trinkbrunnenhopping (eiskaltes Wasser für Umme !) und läuft die Forumroute : Beginnend mit einem morgendlichen Capuccino im Forumcafe ( 1,50€) gehts an den Trajnoischen Märkten vorbei, Richtung Innenstand, ab ins Gewühl.......

    Apps ? Geradezu lächerlich !

    Antwort auf "Alles Quatsch!"
    • Abruzzo
    • 01. Oktober 2013 10:32 Uhr
    3. Wo...

    ..gibt's einen hervorragenden Frühstücks-Cappuccino gleich neben der Piazza Venezia und wo gibt's einen Steinwurf vom Vatikan entfernt die hervorragenden Tramezzini für den kleinen Hunger? Nicht im Netz, wo die "Tipps" ,einen Monat nach erscheinen Heerscharen angezogen haben.
    Es ist wie in jeder großen Stadt: Sich treiben lassen, in Rom findet sich vieles, wenn man sich Zeit nimmt, Herz und Augen offen hat.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    U-Bahn Haltestelle Cavour über die Straße (Via Cavour) Treppe runter und die Via Urbana hoch, auf der linken Seite :
    Non cé trippa pe`Gatti
    Die besten Vongole der Stadt ! Klein aber fein !

  2. U-Bahn Haltestelle Cavour über die Straße (Via Cavour) Treppe runter und die Via Urbana hoch, auf der linken Seite :
    Non cé trippa pe`Gatti
    Die besten Vongole der Stadt ! Klein aber fein !

    Antwort auf "Wo..."
    • leonina
    • 19. Januar 2014 22:24 Uhr

    reicht ein Leben nicht aus. Mehr Tipps, Infos und Menschen aus Rom gibt es auch auf dem Rom-Blog www.ciao-roma.de

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  • Schlagworte Reise | Städtereisen | Rom | Stadt | Italien
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