ZEIT ONLINE: Müsste ich denn mit Ihrem Reiseführer überhaupt noch in die Stadt gehen? Das klingt, als könnte ich auch mit dem iPad auf dem Sofa alles über das versteckte Bremen erfahren.

Breier: Das könnte man zwar, aber dann geht der Spaß verloren. Spannender ist es doch, dort in den Boden zu gucken, wo die Gräber wirklich sind, anstatt das zu Hause auf dem Teppich zu tun.

ZEIT ONLINE: Benötige ich als Reisender unterwegs eine Internetverbindung, um Ihre App nutzen zu können? Das ist ja immer dann schlecht, wenn ich ins Ausland reise.

Breier: Nein. Sie könnten die Informationen vorab herunterladen. Es müssen ja keine aktuellen Informationen wie Öffnungszeiten angezeigt werden. Und Ihr Standort wird dann allein über GPS bestimmt.

ZEIT ONLINE: Haben Sie denn versucht, für Ihre Idee einen Verlag zu finden?

Breier: Nein, nach meinem Abschluss war ich erst mal ein halbes Jahr in Asien auf Reisen.

ZEIT ONLINE: Mit Papierreiseführern?

Breier: Ja, mit Papier. Ich hatte erst überlegt, ob ich mir ein Tablet kaufe, aber ich kannte ja die Reiseführer und wusste, dass diese keine wirklichen Vorteile bieten. Nach meiner Rückkehr habe ich die Website zum Projekt aufgebaut. Ich fände es schön, wenn jemand darauf stößt, der sagt: Super Idee, davon könnte ich Teile übernehmen, und das dann einfach weiterentwickelt.

ZEIT ONLINE: Haben Sie denn während Ihrer Arbeit auch eine Vision entwickelt, wie Reiseführer der Zukunft aussehen könnten?

Breier: Ich stelle mir vor, mit einer Brille über den Bremer Marktplatz zu laufen, durch die ich sehen kann, wie es dort vor 200 Jahren aussah. So, als wäre ich auf einer Zeitreise. Mit Google Glass ist das vielleicht bald möglich.