Reiseveranstalter: keine Reisen mehr zu Walshows wie hier in San Diego 2014 © REUTERS/Mike Blake

Der Urlaubsveranstalter TUI Deutschland wird keine Reisen mehr zu Delfinarien und Orca-Shows anbieten. Das Unternehmen habe sich nach Verhandlungen mit dem Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) zu dem Schritt entschlossen, sagte TUI-Sprecher Mario Köpers.

Auch wenn die Bedingungen für die Tiere nicht überall schlecht seien, bedürfe es doch eines großen Kostenaufwands, die Qualität der Anlagen weltweit zu überprüfen. Daher habe man sich aus dem Geschäft zurückgezogen, sagte Köpers.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller sagte, die Entscheidung sei auch "vor dem Hintergrund der Delfintreibjagden im japanischen Ort Taiji ein großer Erfolg für den Tierschutz", da dort nicht nur Delfine getötet würden. Die schönsten Exemplare würden für den Delfinarien-Export aussortiert und erzielten Stückpreise von bis zu 150.000 US-Dollar. Ortmüller geht davon aus, dass die Entscheidung sich auf die Einnahmen von Delfin und Orca-Shows auswirken dürfte, weil TUI weltweit zu den größten Reiseveranstaltern zähle.

Die Tierschützer kritisieren Haltungsmängel in Delfinarien weltweit, vor allem aber in der Türkei und vereinzelt auch in Dubai und Ägypten. Außerdem würden auch die Trainer und Darsteller in den Shows häufig durch die Tiere verletzt, auch mit tödlichen Folgen.   

Im letzten Jahr hatte der Verband nach eigenen Angaben bereits mit dem Münchner Unternehmen FTI Touristik vereinbart, die Angebote zum Besuch von Delfinarien weltweit zu stoppen. Das WDSF setzt sich auch dafür ein, die Haltung von Delfinen in deutschen Zoos zu beenden und ein gesetzliches Importverbot für die Tiere zu erlassen.