Zwei Tage nach dem schweren Lawinenunglück am Mount Everest haben die nepalesischen Behörden die Suche nach drei vermissten Bergführern endgültig eingestellt. Ihre Leichen könnten im Schnee kaum noch gefunden werden, teilte das Tourismusministerium in Kathmandu mit. Beim bislang schlimmsten Unglück am höchsten Berg der Welt waren 16 nepalesische Bergführer durch eine Lawine ums Leben gekommen, neun Sherpas wurden gerettet. Sie waren am Berg mit der Vorbereitung der Route für Touristen beschäftigt, als die Lawine sie überrollte.

"Wir haben entschieden, die Suche nach den Vermissten einzustellen", sagte der Ministeriumsvertreter Dipendra Paudel. Die Leichen seien bisher nicht lokalisiert worden.

Das Bergsteigen am Mount Everest wurde vorübergehend untersagt. Die von der Lawine verschüttete Bergsteigerroute müsse komplett neu angelegt werden, bevor die Touren zum Gipfel wieder aufgenommen werden könnten, teilte ein Sprecher der Nepalesischen Bergsteigervereinigung, Ang Tshering, mit.

Tshering sagte, einer anderen Gruppe von Bergführern sei von der Lawine der Rückweg ins Basislager abgeschnitten worden. Sie könne erst zurückkehren, wenn der verschüttete Weg wieder neu gegraben und mit Seilen und Leitern ausgestattet sei.

Der Unfall vom Freitag verdeutlicht die Gefahr, der die einheimischen Bergführer ausgesetzt sind, wenn sie sich vor Saisonbeginn zur Reparatur von Leitern und zum Befestigen von Seilen auf die mächtigen Berge begeben. Um den Andrang an Bergsteigern zu bewältigen und das Risiko zu verringern, beschlossen die Behörden, die Zahl der Seile an den Gletschern unterhalb des Gipfels zu verdoppeln.

Hunderte Bergsteiger versuchen jedes Jahr mithilfe der örtlichen Führer den 8.848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Viele der Sherpas verdienen sich mit dieser Arbeit ihren Lebensunterhalt. Seit der Erstbesteigung durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Jahr 1953 kamen bereits mehr als 300 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen waren Sherpas.