Als Katharina Roters 2003 in ein ungarisches Dorf zog, fielen ihr die Häuser auf: Sie wirkten wie Gebäude, die sich als abstrakte Malerei verkleidet hatten. Die Verzierungen gelten heute nicht mehr als zeitgemäß, sondern als "oberflächlich draufgeklatschtes Kitsch-Potpourri", wie Roters schreibt. Doch die Häuser hatten dank ihrer subversiven Ornamente etwas, was der Serienbau des staatlich-sozialistischen Wohnbauprogramms nicht hatte: eine eigene Formsprache. Roters Fotosammlung der Kádár-Würfel-Häuser erscheint bei Park Books.