Ein Flugzeug ist erst bei Öffnung von mindestens einer Tür wirklich angekommen – und dieser Zeitpunkt ist maßgeblich für die Bestimmung von Flugverspätungen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden (Rechtssache C-452/13). Hintergrund war ein Streit zwischen Germanwings und einem Passagier, der wegen der Verspätung seines Flugs um mehr als drei Stunden eine Entschädigung verlangte. 

Bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden steht Reisenden gemäß eines früheren Urteils des Gerichtshofs eine Entschädigung zu, je nach Entfernung 250, 400 oder 600 Euro. Das Gericht musste in dem konkreten Fall die Frage klären, welcher Zeitpunkt als Ankunftszeit eines Flugzeugs zu betrachten ist: das Aufsetzen der Maschine auf der Landebahn, das Erreichen der Parkposition und das Setzen der Bremsklötze, das Öffnen der Flugzeugtür oder ein anderer Zeitpunkt.

Germanwings hatte argumentiert, dass das Flugzeug zwei Stunden und 58 Minuten nach der angegebenen Ankunftszeit auf der Landebahn aufgesetzt hatte. Damit sei keine Entschädigung fällig gewesen. Da die Türen aber erst mehr als fünf Minuten später geöffnet wurden, stand dem Passagier jedoch nach Ansicht der Richter eine Entschädigung von 250 Euro zu.

In der juristischen Auseinandersetzung muss nun das Landesgericht Salzburg endgültig entscheiden. Die österreichischen Richter hatten ihre Kollegen in Luxemburg um Hilfe bei der Auslegung des EU-Rechts gebeten.