Der weltberühmte Canaletto-Blick auf Dresden. © Andreas F. / photocase.com

Dresdens Tourismus leidet unter den Demonstrationen der islamfeindlichen Pegida-Bewegung. Matthias Hundt, Leiter der Tourist-Info in Dresden, sagte am Freitag der Nachrichtenagentur AFP, es gebe "täglich Anfragen und Absagen von Besuchern". Die Absagen kämen bislang vor allem von Urlaubern aus Deutschland, weniger aus dem Ausland.

Da der Januar und der Februar klassische Vorbuchungsmonate für das ganze Jahr seien, würden die Auswirkungen der Demonstrationen den Dresden-Tourismus voraussichtlich "verzögert treffen, mitten im Jahr", sagte Hundt. Auch der Einzelhandel und das Gaststättengewerbe seien betroffen. "Wir hoffen aber nach wie vor, dass es sich im Jahresverlauf nicht gravierend auswirken wird", betonte Hundt. Eine konkrete Prognose für den Jahresverlauf ist nach seinen Worten derzeit noch nicht möglich.

Nach Angaben von Hundt werden die Anfragen oder Absagen unter anderem mit einer großen Unsicherheit begründet, was die Besucher in Dresden erwartet. In anderen Fällen wollen Menschen mit ausländischen Partnern diesen derzeit eine Reise nach Dresden nicht zumuten. "Wir hoffen aber nach wie vor, dass es sich im Jahresverlauf nicht gravierend auswirken wird", betonte Hundt. Es sei nun Aufgabe der Politik, das Problem zu lösen.

"Keine Veränderung von heute auf morgen"

Auch laut der Marketing Dresden GmbH, die für das Stadtmarketing zuständig ist, ist derzeit eine Prognose über die Auswirkung der Pegida-Demonstrationen auf den Tourismus nicht möglich. "Ob und in welcher Form sich dies auf die touristischen Zahlen auswirkt, kann noch nicht gesagt werden", sagte Matthias Gillrich von der Marketing GmbH am Freitag.

Es sei davon auszugehen, "dass sich das Image einer starken Marke", und das sei Dresden, "nicht von heute auf morgen verändert". Zwischen Januar und Oktober vergangenen Jahres hat es Gillrich zufolge 7,5 Prozent mehr Übernachtungen in Dresden gegeben, insgesamt fast 3,7 Millionen.

In Dresden gehen seit Wochen Montag für Montag Tausende, bisweilen Zehntausende Pegida-Anhänger auf die Straße. In der sächsischen Landeshauptstadt und in vielen deutschen Städten gab es jedoch auch zahlreiche Kundgebungen von Zehntausenden Pegida-Gegnern.

Nachträgliche Änderung, 17. Januar: Matthias Hundt wurde in der ersten Version als Geschäftsführer der Dresden Information GmbH bezeichnet, wir haben das geändert. Hinzugefügt wurde, dass er eine konkrete Prognose als nicht möglich bezeichnet.