ReiseinformationenBahn muss 1.900 Bahnhöfe nachrüsten

Weder Hinweistafeln, noch Lautsprecher für aktuelle Durchsagen, keine Informationen für Reisende: Diesen Zustand an vielen deutschen Bahnhöfen muss die Bahn nun ändern.

Der Bahnhof im brandenburgischen Hangelsberg

Der Bahnhof im brandenburgischen Hangelsberg  |  © Carsten Koall/Getty Images

Die Bahn muss 1.900 ihrer bundesweit 5.500 Bahnhöfe und Haltepunkte mit elektronischen Hinweistafeln oder Lautsprecheranlagen nachrüsten. Das folgt aus einem Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts, das das Eisenbahnbundesamt als staatliche Aufsichtsbehörde gegen die Bahn erstritten hat.

Laut dem Richterspruch ist die Bahn verpflichtet, auf allen Bahnhöfen und selbst auf Kleinststationen wartende Fahrgäste über Zugausfälle und Verspätungen aktiv zu informieren. Demnach reicht es nicht aus, wenn Plakate auf Nummern von Info-Telefonen hinweisen.

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Nach Angaben eines Bahn-Sprechers will das Staatsunternehmen der Gerichtsentscheidung im Wesentlichen folgen. Nicht akzeptieren will die Bahn die Forderung, auch Haltepunkte mit weniger als 100 Ein- und Aussteigern am Tag nachzurüsten. Das will sie in der nächsten Instanz anfechten und klären lassen, ob eine Ausstattung mit den sogenannten Schriftanzeigern mit integriertem Lautsprecher wirtschaftlich angemessen sei, sagte der Sprecher. Dies betreffe aber nur einen Bruchteil der 1.900 Stationen und Haltepunkte.

Wie die WAZ-Zeitungen berichteten, war die mangelhafte Ausstattung dem Eisenbahnbundesamt bei der Überprüfung von zwei Stationen in Schleswig-Holstein aufgefallen. Bundesweite Prüfungen ergaben dann, dass dies ein Drittel aller Bahnhöfe betrifft. Zunächst hatte sich die Bahn geweigert, einer entsprechenden Weisung des Bundesamtes nachzukommen.

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Leserkommentare
  1. den "Bahnhof" von Hangelsberg - wetten?

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    Sie werden niemanden finden, der dagegenhält.

    Bahnhöfe sahen anders aus.

    Leider verstehe ich Ihren Humor nicht. Könnten Sie mich bitte aufklären?

    http://www.strassenkatalo...

    Das kleine Gebäude im Hintergrund hat doch sehr große Ähnlichkeiten mit obigen Bild.

    Ein kurzes "Internetsuchen" ergab:

    http://mw2.google.com/mw-...

    • matbhm
    • 05. März 2013 20:09 Uhr

    ... den Bahnhof im brandenburgischen Hangelsberg, allerdings nur ein Nebengebäude. Das Hauptgebäude steht rechts daneben!

  2. Sie werden niemanden finden, der dagegenhält.

    Bahnhöfe sahen anders aus.

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    Antwort auf "Das Bild zeigt nicht "
    • sneug
    • 05. März 2013 10:09 Uhr

    jetzt müsste nur auch vorsorglich dagegen geklagt werden, dass diese Aufwendungen wieder eins-zu-eins auf den Verbraucher umgelegt werden bei der nächsten Preiserhöhung im Dezember ... !

    4 Leserempfehlungen
  3. Die Bahn muss nun nachrüsten und Geld investieren. Im Dezember steigen die Preise aufgrund höherer Ausgaben...

    2 Leserempfehlungen
  4. 5. Witz?

    Leider verstehe ich Ihren Humor nicht. Könnten Sie mich bitte aufklären?

    http://www.strassenkatalo...

    Das kleine Gebäude im Hintergrund hat doch sehr große Ähnlichkeiten mit obigen Bild.

    Antwort auf "Das Bild zeigt nicht "
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    Hmm, man kann doch auf dem von Ihnen verlinkten Bild ganz gut erkennen, dass im Vordergrund das eigentliche Bahnhofsgebäude steht. Das im Artikel abgebildete Gebäude sieht mir eher nach einem verschlossenen Nebengelass des Bahnhofs aus, auf Ihrem Bild im Hintergrund zu erkennen. Insofern würde ich schon sagen, dass das kleine Gebäude nicht der "Bahnhof" von Hangelsberg ist.

    Was das Ganze mit Humor zu tun hat, erschließt sich mir wiederum nicht.

  5. Ein kurzes "Internetsuchen" ergab:

    http://mw2.google.com/mw-...

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    Antwort auf "Das Bild zeigt nicht "
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    • MrWho
    • 05. März 2013 12:13 Uhr

    Aber der Bahnhof (eigentlich Bahnsteig?) sieht dann aber schon was größer und moderner aus als das ursprüngliche Bild vom heruntergekommenen Gebäude suggerieren will. Muss auch nicht jeder Haltepunkt überhaupt ein Gebäude haben... Bahnsteig mit Überdachung oder Unterstand sowie Ticket-Automat ersetzt deren Funktion vollständig.

  6. Viele "Bahnhöfe" verfügen zwar noch aus guten, alten Zeiten über einen Warteraum, der aber heutzutage akribisch verrigelt bleibt, selbst bei Wind und eisigen Temperaturen. Wäre zu viel verlangt, die Bahn zu verdonnern, auch für die Benutzbarkeit von - bereits vorhandenen - Warteräumen zu sorgen?

    6 Leserempfehlungen
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    Viele "Bahnhöfe" verfügen zwar noch aus guten, alten Zeiten über einen Warteraum, der aber heutzutage akribisch verrigelt bleibt,

    Wenn so ein Warteraum geöffnet sein soll, muss natürlich auch jemand da sein, der sich drum kümmert. Sonst wird er nämlich in Schutt und Asche gelegt und (hoffentlich nur) bepinkelt.

    Dass an den Bahnhöfen niemand mehr ist, bedaure ich ja auch, aber ich glaube nicht, dass das etwas ist, was die Bahn leisten kann. ich denke auch oft drüber nach, wie man das ändern könnte - wie man die kleinen Bahnhöfe wieder beleben könnte, dass man dort Kleinigkeiten einkaufen, aufs Klo gehen etc. könnte. Wahrscheinlich würde es nicht gelingen, das so zu konzipieren, dass es sich "lohnt", es müsste einen gesellschaftlichen Willen geben, dass solche Orte wieder öffentliche Orte sind, die man benutzen kann, ohne sich die Nase zuzuhalten und auf Scherben zu achten.

    Nicht vergessen darf man, dass in der "guten alten Zeit" die Menschen, die sich um solche Orte gekümmert haben, bitter arm waren. Sie mussten sich ihren Minilohn mit eigenem Gemüsegarten aufbessern, und ihre Kinder freuten sich ehrlich, wenn ihre Klassenkameraden ihnen ältliche Schulbrote geschenkt haben. Mein Vater hatte solche noch in der Klasse. Es ist also nicht so einfach.

  7. Warum muss eine Bundesbehörde die Bahn verklagen, wenn sie etwas umgesetzt haben möchte? Der Bund ist doch Eigentümer. Schon komisch.

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    • zappp
    • 05. März 2013 12:47 Uhr

    Und der Verkehrsminster verklagt den Bahnvorstand wg. Stuttgart 21. Spielchen eben.

    Auf großen Bahnhöfen sind die angezeigten bzw. angesagten Verspätungen grundsätzlich 5 bis 10 Minuten kürzer als die dann tatsächlich eintretenden. Vielleicht wollen die Bahnkunden auf den Land dafür lieber eine intelligente App für ihr Smartphone. Und Investitionen zur Vermeidung von Verspätung statt deren Anzeige mit teurer, alter Technik. Mehr Haltepunkte oder zusätzliche Zugverbindungen sowieso.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, kg
  • Schlagworte Aussteiger | Bahn | Bahnhof | Zeitung | Schleswig-Holstein
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