Heftig von dem Wunsch nach Entspannung beseelt, fuhren wir in ein kleines Dorf im Südosten Österreichs, eine knappe Autostunde von Graz entfernt - und selbst hier waren wir nicht vor Überraschungen sicher.

Alles begann, als der Tourbus der Fußballmannschaft Ajax Amsterdam den Hoteleingang versperrte. Bis hierhin für uns nicht weiter ungewöhnlich: Während unseres letzten Urlaubs in einer verschlafenen, südspanischen Stadt ging das Gerücht, dass die Kicker von Real Madrid in "unserer" Herberge absteigen. Dies entpuppte sich jedoch als Ente, da die königlichen Fußballer vor zu viel Öffentlichkeit geschützt werden und heimlich ein Hotel im Nachbarort beziehen sollten - sehr zum Verdruss der vielen Fans, die sich bereits mit Heften, Fotos und anderen Devotionalien vor dem Hoteleingang postiert hatten. Dafür beehrte uns ein anderer "Prominenter": Der zweite Sieger der spanischen "... sucht den Superstar"-Ausgabe, dessen Konterfei uns bereits aus jedem einzelnen Schaufenster im Ort bekannt war, verbrachte zwei Nächte im Hotel. Wie uns die sichtlich erfreute Rezeptionistin erklärte, stammt der junge Mann aus dem Ort und sollte die Ehrenbürgerwürde erhalten. Das erklärte wohl auch, warum plötzlich Bodyguards durch das Hotel schwärmten und den Superstar streng von der Meute trennten.

Aber zurück zu Ajax Amsterdam. Möglichst unaufdringlich taxierten wir die Spieler, erkannten aber keinen der jungen Männer wieder, die uns in den folgenden Tagen im Sportdress auf dem Weg in den Fitnessraum oder in die Bar begegneten.

Die Mannschaft bestritt im Rahmen der Champions-League-Qualifikation ein Spiel gegen den GAK Graz. Schon leicht verstört erfuhren wir den Namen des Austragungsortes: Es war das Grazer Schwarzenegger-Stadion, benannt nach dem Muskelprotz, Terminator und selbsternannten Politiker Arnold Schwarzenegger. So unerwartet kann man mitten ins aktuelle Weltgeschehen geraten.

Auf dem Weg nach Österreich fuhren wir übrigens am Schweizer Ufer des Bodensees entlang und übernachteten unterwegs in einem kleinen, familiären Hotel. Einer der weiteren Gäste war der angeblich nie alternde Schlagerstar Udo Jürgens, der im rustikalen Gastraum ein Wasser trank und die Zeitung las.

Wir überlegen nun, eine spezielle Reiseagentur zu gründen; unsere Urlaube haben jedenfalls neuerdings hohen Promi-Faktor. Fehlt eigentlich nur noch Mr. Schwarzenegger himself... Aber auf unserer nächsten Amerika-Reise treffen wir ihn bestimmt - wir müssen nur irgendwo ein Zimmer in einem kleinen Hotel buchen. Fortsetzung folgt...