1. ERLEBNIS:Ohren auf und durch!
Nicht nur in Millstatt kann man durch eine Schlucht wandern - aber nur dort wird der Weg zur Klangwanderung (Wanderungen, Teil 3)

2. FRISCH VOM MARKT: Meldungen zum Thema

3. ONLINE UNTERWEGS: Allgemeine Link-Tipps zum Wandern

4. ZEIT-PROJEKTREISEN: Eiswunderwelt Antarktis

1. ERLEBNIS: Ohren auf und durch!Nicht nur in Millstatt kann man durch eine Schlucht wandern - aber nur dort wird der Weg zur Klangwanderung (Wanderungen, Teil 3)Von Wenke Husmann Anderswo werben die Tourismustreibenden mit Sehenswürdigkeiten, mit Aus- und Ansichten oder mit interessanten Einblicken. Ja, und? Es fällt kaum auf, dass damit vor allem der Sehsinn angesprochen wird. Ganz anders in Millstatt. Dort, im Süden Österreichs, wo sich der Riegerbach einen Weg zum See gegraben hat und dabei auch eine hübsche Schlucht, wirbt man mit Hörfeldern und Klangbiotopen. Das sind ausgewiesene Bereiche der Schlucht, in denen auf Geräusche der Natur hingewiesen wird, die an diesen Stellen besonders klar zu hören sind.

Natürlich rauscht der Wildbach. Aber so einfach kommt man als Wanderer auf dem Klangweg nicht davon. Das Rauschen wird aufgelöst in seine Bestandteile. Dazu sollen Schuhe und Strümpfe ausgezogen werden, und der Wanderer muss rein in den Bach - mitten hinein in diese Klangwolke: An kleinen Kaskaden klatscht und prasselt das Wasser. Oberhalb, wo die Steine schnell überströmt werden, plätschert es nur hell und Spritzer verursachen ein feines "Plink". Dumpfer gluggert und gurgelt es in den tieferen, wenig strömenden Kolken. Fast nichts zu hören ist dann in den Gumpen, den tiefen Wasserlöchern, in denen es auch kaum noch Strömung gibt. Dann wären da noch das Zischeln oder Glucksen an Steinen, die nur umspült werden, und das Rieseln in Ufernähe, wo das Wasser über die Böschung fließt. Wenn man schließlich wieder aufs Trockene watet, ist noch ein Tropfen zu hören von den nassen Füssen. Und das ist nur eines von acht Hörfeldern. Bei den anderen gibt es Wald oder Wiese, den Schluchteneingang und - als akustischen Höhepunkt - den Herzogfall zu hören.

Der Millstätter Klangwanderweg wurde angelegt, nachdem der Österreichische Alpenverein erfolgreich verhindert hatte, dass in der Schlucht ein Kleinkraftwerk gebaut wird. Der Dank der Millstätter war groß - immerhin kommen 60 Prozent der Feriengäste des Wanderns wegen hierher - und sie gaben dem Weg auch zwei pädagogische Hörfelder mit. So lässt sich an der Geschiebesperre, die als Schutz nach einer Überflutungskatastrophe 1958 angelegt wurde, akustische Monotonie nachvollziehen, und auf einem Abstecher aus der Schlucht aufs Millstätter Hochplateau kann der Wanderer Müll trennen: In der Postkartenlandschaft ist zwischen dem Dröhnen von Bundesstraße und Autobahn, dem Knattern von Motoren und hin und wieder dem Lärmen eines alles übertönenden Flugzeugs zu unterscheiden.

Die Strecke durch die Riegerbachschlucht schafft lässt sich in einer Stunde bewältigen. Doch weitere ein bis zwei Stunden braucht man, um annähernd den Anregungen zu folgen, die die Schilder der Hörfelder geben. Es lohnt sich, diese Zeit aufzubringen.

Informationen:
Der Weg ist ein alpiner Steig. Gute Schuhe und entsprechende Ausrüstung sind angeraten. Im Winter ist der Weg vereist und nicht begehbar. Ein begleitendes Büchlein zum Klangwanderweg gibt es beim Tourismusbüro Millstatt ( www.tiscover.com/millstatt ) oder ist per Mail an tourismusbuero-millstatt@aon.at zu bestellen. Informationen zur Region finden sich unter www.millsee.info .

In der Wander-Serie des Reisebriefes sind bisher erschienen:
"Dagegen ist ein Kraut gewachsen" - Auf Naturkunde-Wanderungen lernen Interessierte, wogegen Gänseblümchen & Co. alles helfen können ( www.zeit.de ) und

"Grund zur Betretenheit" - Barfußgehen ist weder schmuddelig noch unhygienisch, sondern gesund. In Neuss wird ein Wanderweg eröffnet, auf dem man diese Erkenntnis auf eigenen Füßen erleben kann ( www.zeit.de )

Link-Tipp zum Thema:

interact.uoregon.edu und www.acousticecology.org
Diese beiden englischsprachigen Websites führen in die junge Wissenschaft der akustischen Ökologie ein. Klanglandschaften – sogenannte Soundscapes – wie Städte, Meere oder Wälder werden definiert und für Nutzer von Rechnern mit Lautsprechern hörbar gemacht. Zahlreiche Links führen in die fachlichen Tiefen.

2. FRISCH VOM MARKT: Meldungen zum Thema Von Nicole Müller Vom Trainingssport zum Trend: Nordic Walking

Nordic Walking wurde ursprünglich als Sommertrainingsmethode für Langläufer angewandt. Sportwissenschaftler und -mediziner entwickelten aus dem zügigen Wandern mit Stöcken eine neue Modesportart, die jetzt nicht mehr ausschließlich von Langläufern betrieben wird. In Nesselwang (Allgäu) wurde ein "Nordic-Fitness-Sports-Park" angelegt, vom Internationalen Nordic Walking Verband vermessen, lizensiert und beschildert. Wanderer können dort unter fünf ausgewiesenen Routen mit einer Länge zwischen drei und neun Kilometern wählen. Für Anfänger bietet das örtliche Verkehrsamt Einführungskurse an: Dauer 1,5 Stunden, Preis 7 Euro, Anmeldung unter 08361/923040. Auch im Schwarzwald wird das Nordic Walking gefördert: In Einführungsveranstaltungen informieren ausgebildete Trainer über Theorie und Praxis. Die Kursteilnehmer können die Stöcke für 15 Euro drei Tage lang nutzen. Belegt man zwei Kurzseminare für 25 Euro, kann man eine Woche die Gehhilfen austesten. Eine rechtzeitige Voranmeldung wird empfohlen (Tel. 07672/41430). Link-Tipp zum Thema: www.nordicwalkingverband.de
Der Deutsche Nordic Walking Verband ist Mitglied der INWA (International Nordic Walking Association) und hat sich zum Ziel gesetzt, die Bewegungsformen Nordic Walking und Nordic Blading, aber auch artverwandte Bewegungsformen wie Schneeschuhwandern, zu fördern. Der Verband bietet zahlreiche Veranstaltungen und Ausbildungen an. Außerdem informiert die Homepage über alle Nordic-Fitness-Parks in Deutschland.

Erste Wander-Weltmeisterschaft

Vom 3. bis 5. Juli findet im Salzburger Land die erste Wander-Weltmeisterschaft statt. Auf über 400 Kilometer markierten Wanderwegen in der hügeligen Landschaft der Pinzgauer Grasberge kann jeder Wanderfreund seinem Hobby nachgehen. Die WM umfasst zehn unterschiedlich schwierige Wanderungen wie die Almhütten-Musikwanderung, die Sonnenaufgangs-Wanderung und einen Marathon. Auch Klassiker wie die traditionellen 10- und 20-Kilometer-Wanderungen stehen auf dem Programm. Preise und Pokale gibt es für diejenigen, die an den drei Tagen die meisten Kilometer erwandern. Das Startgeld beträgt inklusive Erinnerungsmedaille 4 Euro; Traubenzucker und Tee sind gratis. Für das Abendprogramm mit Musik wird der Österreichische Volkssportverband sorgen.
Anmeldung über den Österreichischen Volkssportverband
Kuhnstraße 16
4600 Wels
Tel.:/Fax.: 0043/7242/41240
info@oevv-wandern.at
Programmablauf und weitere Informationen unter www.oevv-wandern.at .

24-Stunden-Wandermarathon

Hans Kammerlander ist ein Extrembergsteiger und am 11. und 12. Juli wandert er mit Menschen, die es ihm ein wenig nach tun wollen, über den Meraner Höhenweg. Auf nahezu gleichbleibender Höhe von 1400 Metern sollen rund 70 Kilometer zurückgelegt werden. Los geht es um 20 Uhr in Ulfas, nach Frühstück, Mittagessen und mehreren Getränkepausen erreichen die Wanderer dann - nach 24 Stunden ohne Schlafpause - um 20 Uhr des nächsten Tages das Ziel Naturns. Unterwegs informiert Kammerlander über Flora und Fauna und gibt allgemeine Wandertipps. In den 230 Euro Teilnahmegebühr sind Rucksack, T-Shirt und signierter Pullover, Verpflegung und ein Erinnerungsvideo enthalten. Zusätzlich bekommt man 24 Flaschen Südtiroler Qualitätswein - oder eine pro gewanderter Stunde. Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt, Anmeldung beim Verkehrsamt Naturns, Tel. 0039/0473666077. Link-Tipp zum Thema: www.naturns.it
Die Homepage der Gemeinde Naturns gibt mehrere Wanderroutenvorschläge, liefert die zugehörigen Wanderkarten und informiert über Öffnungszeiten von Seilbahnen und Sesselliften. Außerdem bietet die Site zahlreiche Informationen über Ausflüge, Sportmöglichkeiten, Veranstaltungen und Unterkünfte. Über eine Live Cam kann man sich die aktuellen Wetterverhältnisse ansehen.

3. ONLINE UNTERWEGS: Allgemeine Link-Tipps zum Thema Wandern Von Nicole Müller www.wanderhotels.com
Unterkünfte, die zu den Europa-Wanderhotels gehören, bemühen sich speziell um die Bedürfnisse von Wanderern. Sie bieten neben viel Rat auch eigene Touren an. Auf der Homepage kann man gezielt nach Hotels mit speziellen Angeboten wie Blumen- und Kräuterwanderungen in Österreich, Südtirol und der Schweiz suchen.

www.wandertipp.de
Ein gut sortiertes Link-Verzeichnis, das sich ausführlich mit den Alpenländern befasst, aber auch Informationen über die deutschen Mittelgebirge anbietet. Günstige Unterkünfte finden sich in der Hüttenbörse.

4. ZEIT-PROJEKTREISEN: Eiswunderwelt Antarktis Mit der MS Hanseatic auf den Spuren von Amundsen, Scott und Shackleton Reisetermin: 06.12. - 20.12.2003

Die Antarktis - eine Traumreise in eine bizarre Gegenwelt der Zivilisation: Schauplatz von Dramen und Legenden der Entdeckungsgeschichte, dem Kampf der Weltmächte um Rohstoffe, ökologischer Bedrohung. Eisberge von begeisternder Schönheit, eine atemberaubende Landschaft und eine einzigartige Tierwelt in der Weite des Südpolarmeeres erwarten Sie. Zum Greifen nah erleben Sie Kolonien zehntausender Pinguine. Sie beobachten Pelzrobben beim Sonnenbad, gemächlich dahinziehende Walfamilien und Albatrosse - die wahren Könige der Lüfte. Die „Hanseatic“ bietet einen ausgezeichneten Komfort und ermöglicht es, Natur und Umwelt unmittelbar zu erleben. Mit wendigen Landungsbooten, den Zodiacs, erkunden Sie faszinierende Gebiete, auf die Sie von hervorragenden wissenschaftlichen Lektoren mit Vorträgen eingestimmt werden. Theo Sommer, langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der ZEIT, begleitet Sie auf dieser einzigartigen Reise.

Höhepunkte:

* Reisebegleitung durch Theo Sommer, den langjährigen Chefredakteur und Herausgeber der ZEIT
* Expeditionskreuzfahrt auf der luxuriösen „MS Hanseatic“
* Direktflüge mit Lufthansa nach Buenos Aires
* Besuch eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes
* Diskussion mit den Wissenschaftlern

Reisepreis

* Kategorie 1: 6.730 Euro Zweibett außen
* Kategorie 2: 7.170 Euro Zweibett außen
* Kategorie 3: 7.830 Euro Zweibett außen
* Kategorie 4: 8.050 Euro Zweibett außen
* Kategorie 5: 8.270 Euro Zweibett außen
* Kategorie 6: 8.930 Euro Zweibett außen

Kabinen zur Alleinbenutzung, Einzelzimmer im Hotel:
* Kategorie 2: 9.510 Euro
* Kategorie 4: 10.830 Euro
* 2.176 Euro Zuschlag Langstreckenflüge mit Lufthansa nach/von Buenos Aires in der Business Class

Weitere Informationen zu der Reise finden Sie unter reisebeilage.zeit.de/zeitreisen . Alle ZEIT-Projektreisen finden Sie auch unter http://www.zeit.de/zeitreisen . Wenn Sie sich für diese oder eine andere unserer ZEIT-Projektreisen interessieren und sich unverbindlich vormerken lassen wollen, schicken Sie eine Mail an Bernd Loppow, der die Projektreisen betreut: zeitreisen@zeit.de Außerdem können Sie nun alle ZEIT-Projektreisen in unserem Katalog nachlesen. Die Broschüre können Sie im Internet unter http://www.zeit.de/zeitreisen/katalog bestellen.
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