Fast sieben Jahre lebte der Reporter Peter Korneffel in Ecuador. Er beleuchtete in dieser Zeit unterschiedlichste Schauplätze und veröffentlichte seine Beiträge in deutschen Zeitungen. Sein Buch versammelt 30 - teilweise vorher nicht veröffentlichte - Reportagen: Kompliziertes und Einfaches, Tiefsinniges und Seichtes, Erschütterndes und Belustigendes. Zuweilen in abenteuerlicher Nähe zueinander: Da findet sich eine Geschichte über Meerschweinchen vom Grill unmittelbar neben der eines Pfarrers, der sich um Drogenkriminelle im Gefängnis kümmert. Der preisgekrönten Umweltreportage "Spagat im Biotop" folgt ein harmloser Bericht über die Walbeobachtung vor Ecuadors Küsten. Die Auswirkungen des El Niño-Phänomens auf die Galapagos-Inseln gesellen sich zu einem Tauchgang zur "Hai-Society"; der Reportage über die Naturzerstörung durch eine Öl-Pipeline folgt ein Trekking-Bericht auf der Straße der Vulkane.

Das Bild von Ecuador ist nach der Lektüre um viele Nuancen bunter, Stereopype werden aufgelockert. Peter Korneffel baut immer wieder Brücken nach Deutschland, wenn er etwa in der Reportage "Die Bananenpreise ruinieren die Bauern Ecuadors" feststellt, dass die Erzeuger nur ungefähr zwei Prozent des Preises bekommen, den die Kunden hier bezahlen.

Die Gestaltung des Taschenbuchs mit rauhem Papier ist sehr gelungen - leider gilt dies nicht für die Schwarz-Weiß-Fotos.

Korneffels Buch bringt uns andere Lebenswelten nach Hause, führt uns vor Augen, dass es uns in Deutschland nicht so schlecht geht, wie wir geneigt sind, anzunehmen. Es bewegt und lässt uns schmunzeln - angesichts der Welten hinter unserem Horizont.

Peter Korneffel: Von Amazonien nach Galápagos. Streifzüge durch Ecuador in 30 Reportagen
Horlemann Verlag Bad Honnef. 2003.
ISBN: 3-89502-162-8
Taschenbuch, 191 Seiten, EURO 12,90