Kaum ein Urlauber rechnet damit, dass er ausgerechnet während der schönsten Wochen des Jahres krank werden könnte. Dennoch erwischt es laut R+V-Versicherung jeden neunten Deutschen, der eine Reise ins Ausland macht. Deshalb ist es wichtig, die Leistungen der eigenen Krankenkasse vor der Abreise zu überprüfen.

Die gesetzlichen Versicherungen zahlen nur bei Erkrankungen in Ländern, mit denen Deutschland ein so genanntes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat (Auslandskrankenschein ausstellen lassen!). Dazu gehören die EU- Mitgliederstaaten sowie Israel, Kroatien, Mazedonien, Marokko, Polen, Rumänien, die Schweiz, Serbien/Montenegro, Slowenien, die Türkei, Tunesien und Ungarn.

Die Höhe der Leistungen richtet sich allerdings nach dem Umfang, den die Krankenkassen des Gastlandes ihren Versicherten gewähren. Das kann teuer werden, den für viele Untersuchungen, die in Deutschland von der Kasse getragen werden, muss dazu gezahlt werden. In Ländern wie den USA (ein Tag im Krankenhaus kostet dort durchschnittlich 2500 Euro) oder Kanada übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung genauso wenig die Belastungen wie bei einem Rücktransport (z.B. von den Kanaren nach Deutschland rund 20.000 Euro) - auch dann nicht, wenn er medizinisch erforderlich ist.

Private Krankenversicherungen übernehmen Kosten innerhalb Europas generell, bei Fernreisen jedoch oft nur, wenn der Urlaub nicht länger als sechs Monate dauert. Außerdem sollte der Versicherte prüfen, ob er eine Selbstbeteiligung leisten muss und ob ein Rücktransport aus dem Ausland bezahlt wird.

Um eventuelle Lücken im Versicherungsschutz zu stopfen, empfiehlt die Stiftung Warentest, dringend eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen - vor allem für gesetzlich Versicherte, die außerhalb der EU unterwegs sind. Vor Abschluss sollte man jedoch genau vergleichen. Die Leistungen der Anbieter unterscheiden sich nur im Detail, die Preise liegen jedoch weit auseinander. Meistens gilt: Ab einer Reisedauer von etwa drei Wochen sind Jahrespolicen preiswerter als eine Einzelpolice.

Alle Versicherer übernehmen grundsätzlich die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt oder eine ambulante ärztliche Behandlung. Die Patienten haben freie Arzt- und Krankenhauswahl. Die Versicherung bezahlt auch die verordneten Medikamente, Verbände und Heilmittel sowie einen medizinisch notwendigen Rücktransport.

Die Versicherungen kommen jedoch nur für Behandlungen auf, bei denen vor der Reise noch nicht feststand, dass sie nötig werden. Einzelne Leistungen wie etwa Schwangerschaftsuntersuchungen, Nachbehandlungen einer Operation oder auch chronische Krankheiten können von vornherein ausgeschlossen sein.