Die USA wollen nach dem Abzug in Afghanistan Militärbasen behalten. Weil das brisant ist, hält Präsident Karsai darüber eine Loja Dschirga ab – trotz Taliban-Drohungen.
Vier Wochen nach der Parlamentswahl in Afghanistan gibt es noch immer kein Endergebnis. Jetzt allerdings ist klar: Etwa 20 Prozent der Stimmen werden nicht mitgezählt.
Der afghanische Präsident Karsai hat "Ausländer" für die weit verbreitete Wahlmanipulation in seinem Land verantwortlich gemacht. Die USA und die Uno zeigten sich empört.
Nach der gescheiterten Stichwahl steht Afghanistan am Pranger. Doch könnte sich das Unglück noch als Glück erweisen - für das Land wie für den Westen. Von Ulrich Ladurner
Tom Koenigs, füherer UN-Vertreter in Kabul, hält die Position von Präsident Karsai für geschwächt. Er fordert, die demokratischen Institutionen in dem Land zu stärken.
Barack Obama hat Hamid Karsai als wiedergewählten Präsidenten Afghanistans anerkannt. In einem Telefonat jedoch setzte der US-Präsident sein Gegenüber unter Druck.
Die afghanische politische Aktivistin Malalai Joya hält Präsident Karsai für diskreditiert. Ebenso wie seinen Rivalen Abdullah, der auf eine Stichwahl verzichtete.
Überraschende Wendung: Die umstrittene Stichwahl in Afghanistan wurde abgesagt. Die Wahlkommission hat den amtierenden Präsidenten Karsai offiziell zum Sieger erklärt.
Ban Ki-Moon will in Kabul Präsident Karsai und den zurückgetretenen Herausforderer Abdullah treffen. Noch ist unklar, ob und wie die Stichwahl stattfinden soll.
Karsai-Herausforderer Abdullah wird seine Kandidatur an der Stichwahl vorraussichtlich zurückziehen. Die endgültige Entscheidung wird er am Sonntag bekanntgeben.
Ahmed Wali Karsai, Bruder des afghanischen Präsidenten und des Drogenhandels verdächtig, wird einem Medienbericht zufolge seit Jahren vom US-Auslandsgeheimdienst bezahlt.
Im Kampf um Glaubwürdigkeit ersetzt die afghanische Regierung viele Wahlleiter. Der EU fehlt es an Wahlbeobachtern für die Stichwahl zwischen Karsai und Abdullah.