08.07.1994,
DIE ZEIT, Manfred Sack
Welcher Architekt hat heutzutage noch das Glück eines leibhaftigen Bauherrn? Heute, da große Projekte fast nur noch von Leuten geordert werden, die in der Anonymität von Gremien, Kommissionen, Vorständen untertauchen oder, viel gefährlicher, als „Investoren“ auftreten, die nicht für sich selber, sondern für Unbekannte bauen, deshalb darauf achten, jeden ungewöhnlichen Einfall zu verhindern, jede baukünstlerische Kühnheit zu untersagen? Nun denn, einen gibt es, dem das altmodische Glück eines personifizierbaren Bauherrn widerfahren ist, den Architekten Karljosef Schattner in Eichstätt.