18.11.1994,
DIE ZEIT, Günther Nenning
Also im Ernst, das ist doch eine Sensation: Da erscheinen seit 1960 Ludwig Wittgensteins Schriften („Werkausgabe“) bei Suhrkamp, ausgestattet mit allen Segnungen und Berechtigungen seitens der Nachlaßverwalter, veranstaltet von den erstklassigsten Wittgensteinologen (voran der verstorbene Rush Rhees) – und was geschieht? Ein die längste Zeit im innersten Wittgenstein-Zirkel Nicht-Initiierter, ein gewisser Michael Nedo, veranstaltet, sozusagen ein junger Aufsteiger, eine neue Wittgenstein-Ausgabe.