Alles transparent, alles hat seine Ordnung. Angelika Meier schreibt einen anspielungsreichen, hochkomplexen Roman von einer Klinik der Zukunft. Von Ulrich Rüdenauer
Der Opernsänger Evgeny Nikitin darf wegen seiner Runen-Tätowierungen nicht in Bayreuth singen. Der Fall zeigt wieder, dass die Vergangenheit in Bayreuth nicht vergeht.
Eine dunkle, bedrohliche Ehetragödie: David Vann entfaltet in dem Roman "Die Unermesslichkeit" ein Panorama aus Selbstbetrug, Selbstmitleid und Zweifel. Von C. Schröder
Politische Äußerungen können das literarische Werk eines Dichters stark beschädigen. Für den Fall Günter Grass gilt das jedoch nicht. Von Gregor Dotzauer
Feridun Zaimoğlu ärgert sich über all die Islamexperten und ihre irrationale Abneigung. Er hat "Kanak-Sprak", die Sprache junger Deutschtürken, druckreif gemacht.
Der interessanteste Lyrikband des Jahres 2010 ist 50 Jahre alt: Rolf Dieter Brinkmanns Frühwerk "Vorstellung meiner Hände" beschwört meisterhaft die Wut der Poesie.
Die Felder sind abgeerntet, die Zeit steht still, das Jahrhundert entgleist: Ein Gespräch mit Alexander Kluge über die Wonnen und die Einsamkeiten im August.
Die bildende Künstlerin Shirin Neshat hat ihren ersten Spielfilm gedreht. Doch dem wohlkomponierten Werk der Iranerin mangelt es an Tiefe. Von Tobias Tim
Nicht nur Joachim Gauck stammt aus einer Theologenfamilie. Das Pfarrhaus als Quelle politischer Moral funktioniert heute noch als Kaderschmiede. Von Evelyn Finger
Michael Krüger, Verleger alter Schule, kann man vieles fragen: Entsteht in Not bessere Literatur? Was bleibt von der Buchkultur übrig? Und: Warum lesen wir?
Gibt es Klassiker, die sich überholt haben? Ist Weltliteratur völlig unabhängig von Moden, Zeiten und Geschmack? Junge deutsche Autoren prüfen den Literaturkanon.
"Die Zerstörung der deutschen Literatur": In seinen temperamentvollen Essays fällt Walter Muschg über die nachkriegsdeutschen Geistesgrößen her. Von Hans-Peter Kunisch