Kein anderes Wort ist in der vergangenen Woche während des Deutschland Besuchs der pakistanischen Premierministerin Benazir Bhutto so häufig gefallen wie Kaschmir.
Swami Agnivesh ist ein Mann, der kaum zu übersehen ist. Der indische Parlamentsabgeordnete trägt stets die heilige Farbe der Hindus, ein leuchtendes Orange, dazu einen Turban in der gleichen Farbe.
Gut ein dutzendmal versuchte der kleine Mann am Rednerpult, der nur noch aus Turban und übergroßen Brillengläsern zu bestehen schien, sich Gehör zu verschaffen.
Gestern noch galt die sozialistische Planwirtschaft in Indien als unantastbar. Heute will man nichts mehr von ihr wissen. Das neue ökonomische Glaubensbekenntnis heißt kapitalistische Marktwirtschaft.
Indiens Wähler haben den Test bestanden. Wieder einmal waren sie vernünftiger als die Politiker. Nach der Ermordung Rajiv Gandhis haben sie sich nicht in Panikstimmung versetzen lassen.
Mit anhaltenden Luftangriffen auf die Dörfer in der näheren Umgebung der afghanischen Hauptstadt Kabul versuchten die Sowjets auch am Dienstag, die am Wochenende begonnene Offensive der moslemischen Widerstandstruppen niederzuschlagen.
Indiens neue Premierministerin Indira Gandhi kann mit sich zufrieden sein. Allein ihr, und nicht etwa ihrer Kongreß-Partei, ist die überwältigende Zweidrittelmehrheit zu verdanken, die ihr künftig erlaubt, über ein Sechstel der Menschheit fast unumschränkt zu regieren.