Benedikts Abgang passt zu Joseph Ratzinger. Zwei Personen waren Papst; der Schöngeist stritt mit den Realitäten der Macht. Dafür fehlte am Ende die Kraft. Von A. Schwabe
Angela Merkel hat Benedikt XVI. trotz früherer Differenzen gewürdigt. Sie äußert ebenso wie Bundespräsident Gauck ihren "allerhöchsten Respekt" für seinen Rücktritt.
Der Holocaust-Leugner Williamson ist nicht länger Mitglied der Piusbruderschaft. Der Bischof lasse Respekt und Gehorsam vermissen, teilte die Bruderschaft mit.
"Es gab keine Gaskammern" – trotz dieser Aussage kam der Bischof der Piusbrüder vor vier Jahren wegen eines Formfehlers um ein Urteil. Nun ist dieser behoben worden.
Die Piusbrüder sind reaktionäre Eiferer, die die liberale Gesellschaft hassen. Aus Kalkül will Papst Benedikt sich mit ihnen aussöhnen. Von Thomas Assheuer
Wegen eines Formfehlers hat das Oberlandesgericht das Verfahren gegen den Pius-Bischof vorläufig eingestellt. Die Staatsanwaltschaft will umgehend neue Anklage erheben.
Das Landgericht Regensburg hat den britischen Holocaust-Leugner auch in zweiter Instanz schuldig gesprochen. Wegen Volksverhetzung muss er 6.500 Euro Strafe zahlen.
Der erzkonservative katholische Bischof will sich gegen das Urteil des Amtsgerichts Regensburg wehren. Das Gericht hatte Williamson wegen Volksverhetzung verurteilt.
Im Interview-Buch mit Benedikt XVI. werden vor allem Reizthemen angerissen. Vital und kämpferisch wird der Papst, wenn es um die Kritik an der Moderne geht. Von J. Jessen
Das Buch von Benedikt XVI. ist alles andere als modern. Er preist das Zölibat, bezeichnet Geschiedene als "Christen zweiter Klasse". Die Kondom-Äußerung steht da alleine.
Peter Seewald war einmal Kommunist. Inzwischen sagt er, der Papst sei sein Schicksal geworden. Er hat als erster Journalist ein offenes Interview mit dem Papst geführt.
Der katholische Bischof Williamson muss wegen Volksverhetzung eine Geldstrafe von 10.000 Euro zahlen. Der Geistliche hatte den Mord an sechs Millionen Juden geleugnet.
Pius-Bischof Richard Williamson meldet sich erneut zu Wort: In einem Interview mit einem Israel-feindlichen Politiker zweifelt der Geistliche die Legitimität Israels an.
Der Bundesbank-Vorstand und Berliner Ex-Finanzsenator Sarrazin wehrt sich gegen das Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung. Er will die Akten schließen lassen.
Benedikt XVI. will die erzkonservative Gemeinschaft stärker überprüfen lassen. Zugleich verbot er der Pius-Brüderschaft ausdrücklich alle Amtshandlungen