Die Medikamententests von Westfirmen an DDR-Bürgern hätten ihn nicht überrascht, sagt Roland Jahn, oberster Stasi-Aufklärer. Der DDR-Diktatur traue er vieles zu.
Das Dresdner Schauspielhaus holt Opfer und Täter der DDR-Staatssicherheit auf die Bühne. Sie analysieren ihre Dokumente und überdenken dabei ihre Rollen. Von Anne Hähnig
Linke, Union, Rot-Grün: Solange die Fraktionen in ihren politischen Rollen verharren, wird die Gysi-Geschichte nicht wirklich aufzuklären sein, kommentiert M. Meisner.
Der Fraktionsvorsitzende der Linken hat immer bestritten, hinter IM "Notar" zu stecken. Medienberichten zufolge erhärten neue Papiere nun den Verdacht gegen ihn.
Die Kontakte zur DDR-Spitze waren zahlreich, auch mit der Stasi sprach Gregor Gysi. Viele sehen im einstigen Dissidentenanwalt einen Spitzel, doch er weiß sich zu wehren.
Gysi unter Druck: Union und FDP halten das Verhalten des Linken-Fraktionschefs für bedenklich. Er solle seine Posten niederlegen, solange Ermittlungen gegen ihn laufen.
Wir müssen offen darüber reden, wer was in der DDR getan hat, fordert der Stasi-Beauftragte Roland Jahn. Nur so können wir den Zusammenprall der Generationen verhindern.
Ikeas Bericht über DDR-Zwangsarbeiter lässt Fragen unbeantwortet, kritisiert der Beauftragte für Stasi-Unterlagen: Beispielsweise die, warum der Konzern nicht handelte.
28.06.2012,
DIE ZEIT, Philipp Alvares de Souza Soares
Die DDR ein normaler Staat, die Gestapo eine normale Polizei: Im Interview nennt der Politologe Klaus Schroeder die Ergebnisse seiner Schüler-Studie "schockierend".
Knud Wollenberger verriet einst als IM seine eigene Frau. Der Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde Roland Jahn erklärt, wann er eine Entschuldigung für glaubhaft hält.
Ein Gespräch mit dem Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde Roland Jahn über bequeme Lügen, nötige Bekenntnisse und Wege zur Versöhnung. Von Evelyn Finger