Er gilt als schwierig, faul und unberechenbar: Italiens Stürmer Mario Balotelli kämpft gegen seine Vorurteile. Dabei braucht gerade diese EM Typen wie ihn. Von Eike Kühl
Der estnische Dirigent Paavo Järvi schöpft aus der russischen Seele, skandinavischer Herbheit und europäischem Reichtum. Unter seiner Hand klingt Beethoven ganz anders.
Dieses kiloschwere Buch ist ein Monument und ein Monstrum. Monument, weil es das Werk des Georges Seurat (1859 bis 1891) Bild um Bild minutiös aufschlüsselt und dabei zu einer bisher unerreichten Detailfülle gelangt.
Er sitzt am Schreibtisch wie ein Professor für Neuere Geschichte an der Sorbonne, ein schmächtiger graugesichtiger Mann mit schwerer Hornbrille, der Tweedanzug ist eng und zerknautscht.
Oblomov ist Niklaus Nepro. In seine Wohnhöhle hat er sich zurückgezogen; thronend auf einem roten Katafalk von Bett, läßt er die Welt via Fernsehen und Video an sich vorbeidefilieren.
Einen Tag nach dem Geiseldrama ging Spanien in einer Mischung aus Erleichterung und ungläubigem Staunen daran, die Einzelheiten des fast 37stündigen Überfalls auf die Zentralbank von Barcelona zu analysieren.
Unbeschädigt übersteht das keiner. Doch vielleicht vermitteln solche Erziehungsanstalten, wie es Peter Hamm einmal zu erklären versuchte, über die Erfahrung des Leidens hinaus auch etwas von der Fähigkeit, dieses Leiden später zum Ausdruck zu bringen.
In kritischen Reaktionen auf Arbeiten von Heißenbüttel drücken sich – seit eh und je, aber je länger desto monotoner –, gewisse Stereotype durch: Der Autor habe wieder einen guten Schritt nach vorn getan.
Die beiden jungen Frauen, die auf den Einfall gekommen waren, die Messe zu stören, die Kardinal Marty mit zwei Bischöfen in der Kathedrale von Notre Dame zu Paris am Ostersonntag las, wurden im Fernsehen zunächst als „deutsche Mädchen“ bezeichnet.
1. Ein Traum: „Ja, ich habe verharmlost und mich damit mitschuldig gemacht, als ich damals die Kolumnen Ulrike Meinhofs brillant – aber nur stilistisch! – fand“, erklärte Gerd Winz in seiner Traum-Selbstbezichtigung vor dem „Untersuchungsausschuß für un-bundesrepublikanische Umtriebe.
Die bevorstehenden Prozesse gegen die wichtigsten Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe sind durch Änderung des Strafverfahrensrechtes besser abgesichert worden.
Er saß zusammengekauert in einem Sessel. Nur noch seine wilden Kraushaare ragten über die Lehne. Und er regte sich auf. „Terrible, schrecklich“, zischte er angesichts der Sendung, die eben im ersten Kanal des Fernsehens lief.
Gustave Flauberts Werk brach deutlich in zwei Kategorien auseinander, die künftig die Literatur bestimmen sollten: in die Auseinandersetzung mit der Gegenwart („Education sentimentale“, „Madame Bovary“) und eine dichterische Mythisierung der Historie, die zugleich ein Moment der Utopie einschloß („Salammbo“, „Die Versuchung des heiligen Antonius“).