Die Pille danach oder die Homo-Ehe: Die Kirchen katapultieren sich ins gesellschaftliche Abseits. Kein Zufall, sondern eine jahrzehntelange Entwicklung. Von H. Horstkotte
Um nach Vergewaltigungen ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, halten die katholischen Bischöfe die Pille danach für akzeptabel. Sie machen aber eine Ausnahme.
Ausgerechnet der Hardliner Kardinal Meisner will auf einmal, dass die katholische Kirche ihre Haltung zur Pille danach ändert. Er ist bekannt für seine Sprunghaftigkeit.
Seit 1987 hilft Diane 35 Frauen mit Akne und wirkt zugleich als Antibabypille. Doch nun halten Frankreichs Arzneiwächter die Nebenwirkungen des Mittels für zu gefährlich.
Das hohe Thrombose-Risiko durch die Verhütungspille der dritten und vierten Generation alarmiert Frankreich. In Deutschland erwacht das Problembewusstsein erst.
Einige Kliniken des Erzbistums Köln verweigern bei Vergewaltigungsopfern die Untersuchung zur Beweissicherung. Begründung: Die Pille danach ist dann auch Thema.
Bislang bekam man die Pille danach in Deutschland nur mit einem Rezept vom Arzt. Jetzt verkauft eine britische Internetpraxis sie online – offenbar völlig legal.
09.09.2012,
ZEIT ONLINE Leserartikel, Dorothee Kleinschmidt
Die Pille danach auf Levonorgestrelbasis sollte es rezeptfrei geben, meint Leserin Dorothee Kleinschmidt. Sie habe kaum Nebenwirkungen, die Missbrauchsgefahr sei gering.
Mit Computersimulationen und Gentests wollen Mediziner für jeden Menschen die beste Medizin ermitteln. Zuerst könnten Krebspatienten davon profitieren. Von Holger Dambeck
Aids-Medikamente können Gesunde bei riskantem Sex schützen. Die Prophylaxe könnte HIV Einhalt gebieten, doch logistische, finanzielle und ethische Probleme sind groß.
Die Schuldenkrise drückt die Margen, sagt der Chef des Pharmakonzerns Bayer, Marijn Dekkers, im Interview. Die Lage sei jedoch nur halb so schlimm wie vor drei Jahren.