Im globalen Medien-Raum tobt ein symbolischer Weltbürgerkrieg. Viele geben der Religion die Schuld. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Von Thomas Assheuer
Die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Frankreich hat Konsequenzen: In mehr als 20 Ländern werden Botschaften und Schulen zur Sicherheit geschlossen.
Die Aufregung über den Mohammed-Film hält unvermindert an, da provoziert eine französische Satire-Zeitung: Sie druckt Mohammed-Karikaturen. Die Regierung reagiert nervös.
Es ist eine Niederlage für die SPD: NRW-Innenminister Jäger ist vorerst mit dem Versuch gescheitert, der Partei Pro NRW das Zeigen von Islam-Karikaturen zu verbieten.
Siebeneinhalb Jahre Gefängnis für Karikaturen, die den Propheten Mohammed nackt zeigen: In Tunesien mehren sich Prozesse wegen angeblicher Verletzung religiöser Gefühle.
Eklat in Leipzig: Der Mohammed-Karikaturist wird mit einem Preis geehrt. Die iranische Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi, ebenfalls in der Stadt, empört sich im Interview.
Ein Gericht in Lahore hat die vorübergehende Schließung des sozialen Netzwerks Facebook angeordnet. Der Grund: Ein User hatte zum Mohammed-Zeichenwettbewerb aufgerufen.
Der Künstler Kurt Westergaard hat 2005 für die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" eine Mohammed-Karikatur gezeichnet. Seitdem kommt sein Leben nicht mehr zur Ruhe.