02.07.1993,
DIE ZEIT, Ulrich Schiller
Bill Clintons Brief an Helmut Kohl ließ den Kanzler gegen seine EG-Partner anlaufen. War die Affäre nun „ein Zeichen zweifelhafter diplomatischer Expertise und politischer Orientierungslosigkeit“, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung urteilte; oder war sie lediglich die Folge von Kommunikationsproblemen zwischen dem Weißen Haus und dem State Department, wie ein hoher Beamter im Außenamt versicherte? Zwischen Bonn und Washington gilt die diplomatische Affäre inzwischen als beigelegt, doch in der Erinnerung der Öffentlichkeit dürfte sie eine Weile hängenbleiben – als eine der vielen Fragezeichen, die Präsident Clinton und sein Außenminister Warren Christopher gesetzt haben.