Berlin und Hamburg haben die Real- und Hauptschulen abgeschafft. Ein Erfolg? Zweieinhalb Jahre nach den Reformen sind die Anlaufschwierigkeiten noch nicht vorbei.
Im Berliner Schulwesen ist so viel reformiert worden, dass keiner mehr neue Umwälzungen fordert. Einig sind sich die Parteien deshalb noch lange nicht.
Wieder hat eine Berliner Schule einen Brandbrief geschrieben. Und die Debatte über die Aussichten der Sekundarschulen ist erneut ausgebrochen. Von Susanne Vieth-Entus
322.000 Schüler starten in Berlin ins neue Schuljahr. Wie in den meisten Bundesländern wird die Schule auch in Berlin weiter vom Reformprozess geprägt sein.
Die Zahl der Ganztagsschulen ist enorm gestiegen. Die Qualität sei aber noch nicht überall gut, sagt der Vorsitzende des Ganztagsschulverbandes, Stefan Appel.
Vor "ideologischen Experimenten" warnten schon die Bildungseliten der 1970er Jahre. In den Konzepten und Debatten um Schulreformen hat sich wenig geändert.
Klassentrennung und -versöhnung wurden schon immer in der Schule ausgetragen. Der Bildungshistoriker Elmar Tenorth erklärt, warum der Schulstreit typisch deutsch ist.
Die geplante Schulreform erhitzt die Gemüter. Bildungssenatorin Christa Goetsch (Grüne) im Gespräch mit dem Pädagogen Bernhard Bueb und ZEIT-Herausgeber Josef Joffe.
Regierung und Opposition einigen sich auf die Einführung der
sogenannten Primarschule, aber die Elterninitiative bleibt außen vor.
Kommentar von Thomas Kerstan
Eine Initiative, die das Gymnasium verteidigt, streitet mit dem Hamburger Senat um die sechsjährige Primarschule. Gibt es eine Alternative zu faulen Kompromissen?
Morgen verhandeln in Hamburg Schulreformgegner und Senat um einen Kompromiss. Fünf Beispiele wie Lehranstalten umgekrempelt werden - von Neumünster bis Tübingen
Eine Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft lobt Fortschritte der Bildungspolitik. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält die Studie für zweifelhaft