Bayern zieht Konsequenzen aus dem Manipulationsskandal um die Vergabe von Spenderorganen. Zwei von fünf Lebertransplantationszentren werden geschlossen.
Forscher haben Ratten eine aus Stammzellen aufgebaute Niere eingepflanzt, die ansatzweise funktionierte. Mit solchen Methoden Organspenden zu ersetzen, bleibt ein Traum.
Jedes zweite Spenderorgan stammt in China wohl von Hingerichteten. Davon profitiert das nationale Transplantationssystem und offenbar auch der Organhandel. Von M. Keller
Schärfere Kontrollen haben neue Manipulationsfälle aufgedeckt. Auch in Leipzig fälschten Ärzte Akten, um Patienten bevorzugt Organe zu beschaffen. Was bisher bekannt ist.
Auch in Leipzig haben Ärzte Patienten einen schlimmeren Krankheitszustand bescheinigt als diagnostiziert. So stiegen deren Chancen auf eine schnelle Organtransplantation.
Die Regierung in Peking will die Praxis beenden, die Organe von Exekutierten für Transplantationen zu verwenden. Ein Spendensystem soll künftig die Vergabe regeln.
Transplantationszentren bringen Geld und Ehre für Kliniken. Auch, wenn es gar nicht so viele Organe zum Verpflanzen gibt. Wo genau sie sind, zeigt die Deutschlandkarte.
Der Hochdringlichkeitsstatus für Patienten in Lebensgefahr gilt als manipulationsanfällig. Knapp 90 Prozent aller Spenderherzen werden aber nach dem Modus transplantiert.
Es mangelt an Organspendern. Transplantationsmediziner E. Nagel sagt, jeder wäre besser verpflichtet, zu sagen, ob er Spender wird. Und es sollte weniger Kliniken geben.
Sollen Spenderorgane künftig von Ämtern verteilt werden? Das hilft nicht. Eher sollten gute Transplantationszentren gefördert und miese bestraft werden, meint H. Wewetzer
Ökonomen bestimmen zunehmend das Transplantationswesen, sagt der Chirurg B. Reichert im Interview. Zudem würden Kliniken und Kontrolleure einander zu sehr vertrauen.