Natur Faszinierende Polarlichter

Im Norden Finnlands gibt nachts ein beeindruckendes Schauspiel von bunten Lichtern am Himmel zu sehen: Nordlichter. Wie entstehen Polarlichter und welche Sagen ranken sich darum?

Kühlt sich ein Feuerfuchs seinen Schwanz im Schnee ab und erzeugt dadurch diese faszinierenden Funken in der Schneedecke? Sagen die roten, grünen oder mehrfarbigen Lichter sogar das Wetter voraus? Oder stimmt die Geschichte der alten Wikinger, bei den bunten Lichtern am Himmel würde gerade irgendwo auf der Welt eine Schlacht geschlagen , und die Walküren mit ihren glitzernden Rüstungen suchten von oben neue Krieger aus? Über die mysteriösen bunten Zauberlichter wird seit 2000 Jahren spekuliert, doch die einfache Erklärung für die faszinierenden Lichterscheinungen ist: Es sind geladene Teilchen des Sonnenwinds, die auf die Erdatmosphäre treffen. Diese Phänomene treten nicht nur in Finnland auf, sind hier jedoch besonders bekannt und ziehen jährlich viele Touristen nach Nordfinnland.

Wie entstehen Polarlichter?
Obwohl im Sommer 2003 auch Polarlichter in Norditalien gesichtet wurden, treten sie eigentlich nur an den Polarkreisen auf. So gibt es Polarlichter oder auroa borealis (die nordische Göttin der Abenddämmerung) im Norden sowie auch auf der Südhalbkugel als auroa australis . Aber auch auf anderen Planeten des Sonnensystems, wie dem Saturn, sind Polarlichter zu sehen.

Polarlichter entstehen, wenn Sonnenpartikel oder ein Sonnensturm durch die Magnetfelder der Erde und der Sonne gegen die Pole der Erde getrieben werden. Die elektrischen Sonnenwindteilchen treffen auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre und bringen die vorhanden Luftmoleküle zum Leuchten. Diese Freisetzung von Energie ist als kleines Lichtflimmern zu sehen. Je mehr Teilchen flimmern, desto größer wird das erkennbare Nordlicht. Geografisch sind Polarlichter deshalb in den Regionen um die Pole anzutreffen, weil das Magnetfeld der Erde hier senkrecht zur Erdoberfläche verläuft. Das elektrisch geladene Plasma der Sonnenwinde tritt mit einer Geschwindigkeit von 500-833 km/s auf und wird von den Magnetfeldern zu den beiden Polen gelenkt. Allerdings benötigt das Plasma bis zum Eintreffen auf der Erde rund zwei bis vier Tage, denn der Abstand zwischen der Erde und Sonne beträgt rund 150 Millionen Kilometer.

Wie häufig solche Polarlichter im Norden Finnlands - vor allem in Lappland - zu beobachten sind, hängt immer von der Stärke des Sonnenwindes ab. Außerdem sind Nordlichter zwar das ganze Jahr über vorhanden, aber nur in besonders dunklen Nächten überhaupt erkennbar. In Nordfinnland gibt es zahlreiche Nordlichter in den Monaten von September bis Anfang April und in Südfinnland von Anfang August bis Mai. In diesen Monaten steht das Magnetfeld der Erde nämlich parallel zur Sonne. Die beste Uhrzeit für diese Beobachtungen ist jeweils zwischen 21.00 Uhr und Mitternacht. Nördlich des Polarkreises können die faszinierende Lichtspiele das ganze Jahr über gesichtet werden.

 
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