Sotschi (SID) - Die Formel-1-WM macht auf ihrer Tournee rund um die Welt ab 2014 erstmals auch in Russland Station. Am Donnerstag unterschrieben Russlands Premierminister Wladimir Putin und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in der Olympiastadt Sotschi einen Sieben-Jahres-Vertrag bis 2020. Schauplatz des russischen Grand Prix wird Sotschi sein, nachdem die Verhandlungen mit Moskau bereits im Jahr 2002 gescheitert waren. In der Stadt am Schwarzen Meer entsteht für rund 140 Millionen Euro in den nächsten Jahren ein Grand-Prix-Kurs. Für die Rechte am Ecclestones PS-Zirkus zahlt Russland angeblich pro Jahr umgerechnet knapp 30 Millionen Euro.

Während das Formel-1-Debüt in Südkorea nach langem Hin und Her erst in dieser Woche von der FIA grünes Licht für das Rennen am 24. Oktober bekam, bastelte Ecclestone bereits seit Tagen an der nächsten Premiere der Formel 1. Der 79-jährige Brite träumt schon seit langem von einem Rennen in Russland. Im Juli hatte er ausdrücklich gefordert, die "Königsklasse" müsse dorthin. Das Projekt in Moskau war seinerzeit kurz vor der Vertragsunterzeichnung gescheitert, weil Moskaus mittlerweile abgesetzter Bürgermeister Juri Luschkow mit den finanziellen Vereinbarungen nicht einverstanden war. Im Sog der Winterspiele 2014 in Sotschi wird Ecclestones Traum nun endlich in Erfüllung gehen.

Erstmals 20 Rennen in 2011

Der Große Preis von Russland ist ein weiterer prominenter Termin für den bereits recht ausgedehnten Formel-1-Kalender. Im kommenden Jahr werden erstmals in der Geschichte 20 Rennen stattfinden, wenn die "Königsklasse" in Indien ihr Debüt feiert. Da für 2012 mit einem Rennen in Austin die Rückkehr in die USA vorgesehen ist und auch Rom auf einen Grand Prix hofft, könnte der weiteren Expandierung das ein oder andere traditionelle Rennen in Europa zum Opfer fallen, um die Zahl von 20 Rennen nicht zu überschreiten. Ecclestone hatte allerdings bereits im April noch vor der Veröffentlichung des Kalenders 2011 gewitzelt: "Wir werden gar nichts streichen. Es sind jetzt 20 Rennen, und wir machen uns bereit für 25."

Dabei hatte der Grand Prix in Südkorea nicht nur Ecclestone viele Kopfschmerzen bereitet. Zwischenzeitlich waren große Zweifel an der Durchführbarkeit entstanden, da das Projekt einfach nicht fertig werden wollte. Dann endlich bescheinigte eine FIA-Kommission unter der Leitung des Technischen Direktors Charlie Whiting den Veranstaltern, dass der 5,6km lange Kurs jetzt in allen Bereichen den Anforderungen entspricht.

Nur die Strecke in Südkorea ist fertig

Für die Teams wird die Premiere in Südkorea aber auf jeden Fall ein Abenteuer. Denn obwohl die Strecke fertig ist, viele Anlagen und Gebäude rund um die Piste sind es noch lange nicht. Insgesamt war rund um den Kurs eine Motorsportstadt mit Grünflächen und Hotels geplant.