Köln (SID) - Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Tabellenführer Borussia Dortmund hat erneut eine andere Verteilung der TV-Gelder in der Bundesliga gefordert und "einen Mix nach dem holländischen Modell" ins Gespräch gebracht. "Fünfzig Prozent des Fernsehgeldes oberhalb des Sockelbetrages werden nach dem Erfolgsprinzip verteilt und fünfzig Prozent nach einer Regel, die auf weichen Faktoren beruht", sagte Watzke der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Bei den "weichen" Faktoren handelt es sich laut Watzke um die folgenden Punkte: "Wie viele Sympathisanten hat ein Klub, wie viele Fans fahren zu Auswärtsspielen, was sagt die Gesellschaft für Konsumforschung? Jeder wird doch von seinem Gefühl sagen: Natürlich hat Schalke 04 im Gesamtbild der Liga eine höhere Bedeutung als der VfL Wolfsburg. Aber das wird nicht abgebildet, wenn es um die Verteilung des Geldes geht." Dort fließen derzeit nach einem Schlüssel lediglich die Tabellenplätze der vergangenen Jahre ein.

Die Liga habe vor Jahren "einen kapitalen Fehler gemacht, als sie Wolfsburg und Leverkusen, zwei Klubs, die Töchter von Dax-Unternehmen sind, einen Sonderstatus eingeräumt hat, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen", sagte Watzke: "Dieser Fehler ist nicht mehr zu korrigieren. Man hätte sagen können: Die kriegen nur die Hälfte des Fernsehgeldes, der Rest wird in einem Solidarfonds eingezahlt. Ich glaube, keiner der beiden Dax-Konzerte hätte sich daran gestört. Die wollen doch, dass auch die Fans der anderen Klubs Aspirin schlucken oder VW fahren."

RB Leipzig "echte Bedrohung für uns"

Den langfristig geplanten Sprung des derzeitigen Regionalligisten Red Bull Leipzig in die erste Liga sieht der BVB-Boss als "eine echte Bedrohung für uns". Selbstfinanzierten Erfolg gönne er jedoch jedem Klub: "Die sollen von mir aus dreimal die Champions League gewinnen. Mit dem Geld des Sponsors. Da hab' ich doch nichts dagegen. Aber, bitte schön, nicht mit dem Geld der Bundesliga noch dazu."

Zweispältig beurteilt Watzke auch 1899 Hoffenheim, das von Mäzen Dietmar Hopp unterstützt wird. "Schalke bewegt die Bundesliga mehr als Hoffenheim. Darum geht es", sagte er, ergänzte aber: "Ich spreche einer TSG Hoffenheim überhaupt nicht die Existenzberechtigung ab, in der ersten Liga zu spielen, und es mir tausend Mal lieber, dass Dietmar Hopp, dem ich gute Absichten unterstelle, etwas macht, als irgendeiner aus Singapur."