Berlin (SID) - 454 Tage war Britta Steffen abgetaucht, am Wochenende kehrt die deutsche Ausnahmeschwimmerin motivierter denn je zurück. Angestachelt von umstrittenen Aussagen des ehemaligen Schwimmstars Franziska van Almsick und von Frotzeleien ihres Freundes Paul Biedermann, will es die Doppel-Olympiasiegerin allen Zweiflern zeigen. Doch bevor Steffen ihr "Kämpferherz" wiederentdeckte, hatte sie in ihrer 15-monatigen Zwangspause auch über ein vorzeitiges Karriereende nachgedacht.

"Der Gedanke an den Rücktritt war da", sagte Steffen der Sport Bild vor ihrer Rückkehr ins Wettkampfbecken beim Kurzbahn-Weltcup in ihrer Heimatstadt Berlin (30. und 31. Oktober). Der Grund sei nicht fehlende Motivation gewesen, "sondern weil bei mir wegen der hartnäckigen Schulterverletzung und den Erkältungskrankheiten die Sorge wuchs, dass mein Körper die Belastung nicht mehr trägt".

"Habe gemerkt, dass ich ein Kämpferherz habe"

Mittlerweile seien diese Gedanken verflogen, "ich habe gemerkt, dass ich ein Kämpferherz habe", sagte die zweifache Weltmeisterin von Rom. Auch deshalb will sie ihre Zurückhaltung früherer Tage ablegen. "Ich habe mein Denken verändert. Die Zeiten der Tiefstapelei sind vorbei", sagte die 26-Jährige: "Ich denke, dass ich noch nie so konzentriert und effektiv trainiert habe wie derzeit."

Das sollen nicht nur ihre Konkurrentinnen im Wasser zu spüren bekommen, sondern auch die Zweifler am Beckenrand. Eine von ihnen ist die ARD-Expertin und frühere Weltmeisterin van Almsick, was Steffen gekränkt hat. "Es hat mich verletzt, dass Franziska van Almsick bei der EM in Budapest im August gesagt hat, ich sei nur im Wunderanzug schnell", sagte die Weltrekordlerin.

Dabei hatten sich die beiden nach Steffens erstem von ingesamt zwei Olympiasiegen in Peking noch vor Freude weinend in den Armen gelegen. Doch dann sorgte van Almsick mit folgenden Aussagen für Kopfschütteln bei Steffen: "Britta ist ein Kind aus der Ära der Wunderanzüge. Sie hatte immer Talent, ist aber erst in den Anzügen richtig schnell geworden. Für sie wird es noch eine ganz schöne Umstellung werden."

"Ey Puppe, wird Zeit, dass du mal wieder ins Wasser kommst"