Göppingen (SID) - Die deutschen Handballer haben in letzter Sekunde ein Blamage abgewendet und sich zum Auftakt der EM-Qualifikation zu einem Punktgewinn gezittert. Adrian Pfahl rettete dem ersatzgeschwächten Ex-Weltmeister mit seinem Tor vier Sekunden vor Schluss das 26:26 (8:14) gegen Österreich. Das deutsche Team zeigte aber rund drei Monate vor der WM in Schweden (13. bis 30. Januar 2011) eine der schwächsten Vorstellungen seit Jahren.

"Ich bin trotzdem froh, dass wir nach dieser Schlussphase noch einen Punkt geholt haben. Österreich hat das Spiel dominiert. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen", sagte Brand und forderte: "Diese Mannschaft muss und kann besser spielen." Holger Glandorf sprach nach den vielen vergebenen Chancen in der ersten Hälfte von einem "gewonnenen Punkt".

Vor 5100 Zuschauern in Göppingen waren Pfahl (7/1/Gummersbach) und Michael Haaß (5/Göppingen) die besten deutschen Werfer. Bereits am Sonntag könnte der Weltmeister von 2007 mit einem Sieg im Auswärtsspiel in Lettland (13.00 Uhr) einen Schritt in Richtung EM in Serbien 2012 machen. Dritter Gruppengegner ist der stark einzuschätzende Olympiazweite Island. Nur die ersten beiden Mannschaften der Staffel lösen nach sechs Spielen das Europameisterschafts-Ticket.

Die Gastgeber legten einen Fehlstart hin und lagen nach sechs Minuten bereits 0:4 zurück. Der Favorit konnte gegen den EM-Neunten von 2009 die Ausfälle der Rückraumspieler Pascal Hens (Muskelfaserriss), Michael Kraus (Achillessehnen-Beschwerden/beide Hamburg) und Lars Kaufmann (Schulterverletzung/Göppingen) nicht kompensieren. Erst in der siebten Spielminute gelang Linksaußen Dominik Klein (Kiel) der erste deutsche Treffer.

Retter Heinevetter

Nicht zuletzt dem Berliner Torhüter Silvio Heinevetter war es zu verdanken, dass der Rückstand nicht noch größer wurde. Im Angriff lief bei der nervösen deutschen Mannschaft zunächst nichts zusammen. Bezeichnend, dass im ersten Abschnitt nur einer von sechs Siebenmetern verwandelt werden konnte. Zudem zeigte Kapitän Holger Glandorf (Lemgo) eine erschreckend schwache Leistung im Rückraum und wurde seinem Anspruch als Leistungsträger nicht gerecht.

Nachdem die Brand-Sieben bis auf 7:8 (22.) herangekommen war, nutzte Österreich die Offensivschwächen aus und erspielte sich bis zur Pause eine Sechs-Tore-Führung. Nach dem Wechsel kämpften sich die Hausherren dank einer disziplinierteren Leistung heran (17:19/45.), scheiterten aber in den entscheidenden Momenten oft an ihren Nerven.