Köln (SID) - Der FC Bayern hofft auf eine Initialzündung zur ersehnten Aufholjagd, Schalke 04 auf den nächsten Schritt aus dem Tabellenkeller und Werder Bremen auf einen Ausweg aus der Abwärtsspirale: Während sich in ihrem angestammten Revier auch nach einem Drittel der Saison immer noch zahlreiche Überraschungsteams tummeln, sind die üblichen "Platzhirsche" der Bundesliga derzeit vor allem mit sich beschäftigt. Siege am 12. Spieltag sind für die drei Champions-League-Teilnehmer daher Pflicht, will man die eigenen Saisonziele nicht noch weiter aus den Augen verlieren.

Rekordmeister Bayern scheint nach sieben Pflichtspielen ohne Niederlage zwar auf dem richtigen Weg, kann sich aber eine Woche nach dem 3:3 bei Borussia Mönchengladbach im Derby am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen den 1. FC Nürnberg keinen neuerlichen Patzer erlauben. Derweil will Schalke will heute (15.30 Uhr) im Gastspiel bei Ex-Meister VfL Wolfsburg an das befreiende 3:0 vor Wochenfrist gegen den FC St. Pauli anknüpfen. Zeitgleich versucht Werder gegen Eintracht Frankfurt den Hebel nach vier Pflichtspiel-Niederlagen in Folge endlich umzulegen.

Schaaf spürt die Veränderung

In Bremen hat besonders das jüngste 0:6 beim VfB Stuttgart Spuren hinterlassen. Trainer Thomas Schaaf hofft auf eine heilsame Wirkung der bösen Schlappe und ließ es sich in den vergangenen Tagen nicht nehmen, die Mannschaft immer wieder "mit den Bildern aus Stuttgart zu konfrontieren." Im Laufe der Woche will der Coach bereits eine Veränderung gespürt haben. "Im Training war eine Reaktion zu merken", so der Coach: "Ich habe gemerkt, dass die Mannschaft jetzt unbedingt etwas verändern möchte."

Das beteuern auch die Spieler. "Der Trainer hat deutliche Worte gefunden. Ich hoffe, dass jetzt endlich jeder kapiert hat, worum es geht", sagt beispielsweise Torwart Tim Wiese. Spielmacher Aaron Hunt sieht es noch pragmatischer: "Wir brauchen jetzt einfach mal wieder drei Punkte. Dann wird vieles leichter." Erschwert wird das Bremer Unterfangen allerdings durch die anhaltenden Personalnot, die sich durch den Ausfall von Torjäger Claudio Pizarro (Muskelfaserriss) noch zusätzlich verschärft hat.

Neuer möchte nachlegen

Bei Schalke sind dagegen die zwischenzeitlichen Sorgen um Klaas-Jan Huntelaar, der zu Wochenbeginn noch an Knieproblemen laborierte, inzwischen verflogen. Der Niederländer, der zuletzt sechs von elf Liga-Toren der Königsblauen erzielte, wir in Wolfsburg mit von der Partie sein. Mit ihm will der Vizemeister den nächsten Erfolg nachlegen. "Das 3:0 gegen St. Pauli war ein Pflichtsieg. Damit es wirklich ein Befreiungsschlag wird, müssen wir natürlich nachlegen", meint Torwart Manuel Neuer.