Paris (SID) - Der im September vom französischen Fußball-Verband entlassene frühere Nationaltrainer Raymond Domenech hat seinen ehemaligen Arbeitgeber auf 2,9 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Domenech beruft sich darauf, dass die fristlose Kündigung verspätet ausgesprochen worden sei und das Arbeitsrecht verletze.

"Wir fordern 2,9 Millionen Euro. Es geht um zwei Dinge. Einmal wollen wir eine Gehaltsnachzahlung von 400.000 Euro. Und dann eine Wiedergutmachung für die moralische Vorverurteilung. Für den entstandenen Schaden setzen wir drei Jahresgehälter an", sagte Domenech-Anwalt Jean-Yves Connesson der Nachrichtenagentur AFP.

Domenech war wegen "groben Fehlverhaltens" schriftlich vom Verband gekündigt worden. Dieser wirft dem 58-Jährigen unter anderem vor, dass er bei der WM in Südafrika nach der 1:2-Niederlage gegen die Gastgeber seinem Trainerkollegen Carlos Alberto Parreira nicht die Hand geschüttelt hatte.

Rechtlich keinen Anspruch auf Abfindung

Zudem hätte Domenech den Verband umgehend über die Vorfälle während des Spiels gegen Mexiko informieren müssen, als es in der Halbzeitpause zu einem heftigen Wortgefecht zwischen ihm und Angreifer Nicolas Anelka gekommen war. Gemäß französischen Rechts hat der Entlassene bei einer Trennung aufgrund "groben Fehlverhaltens" keinen Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung.

Die Equipe Tricolore, die inzwischen von Ex-Nationalspieler Laurent Blanc trainiert wird, hatte sich in Südafrika desaströs präsentiert und musste bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Danach war der Vertrag von Domenech nicht mehr verlängert worden.

In seiner Funktion als Trainerausbilder in der "Direction Technique Nationale" (DTN) des Verbandes wirkte Domenech danach noch ein paar Wochen - bis Anfang September die fristlose Kündigung ausgesprochen wurde. Als Mitglied der DTN gehörte der stets umstrittene Domenech einer der einflussreichsten Kommissionen des Verbandes an, die über die Weiterentwicklung des französischen Fußballs berät und dem Präsidium Vorschläge unterbreitet.