Köln (SID) - Brüder im Geiste und Nationaltrainer der Zukunft: Bundestrainer Joachim Löw bereitet offenbar schon sein Erbe vor und hat die Bundesligakollegen Jürgen Klopp (Borussia Dortmund) und Thomas Tuchel (FSV Mainz 05) als seine legitimen Nachfolger bezeichnet. "Klopp und Tuchel können auf ihre Weise auch die Nationalmannschaft führen, ganz klar. Sie haben einen roten Faden, und den verfolgen sie sehr konsequent", sagte Löw in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Vertrag von Löw beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) läuft noch bis zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Eine vorzeitige Vertragsverlängerung hatte Löw wie auch Teammanager Oliver Bierhoff zuletzt kategorisch ausgeschlossen. "Es war kein Problem für mich, ohne vertragliche Absicherung in die WM zu gehen. Und das wird für mich auch in Zukunft kein Problem sein", sagte Löw.

Eine Vertragsverlängerung über die EM 2012 hinaus will der Bundestrainer vor allem vom sportlichen Erfolg abhängig machen. "Das ist ja immer auch eine Frage des Erfolgs. Dann ist entscheidend, wie ich mich fühle. Ob ich noch brenne auf den Job, ob ich Visionen habe. Irgendwann kommt vielleicht der Tag, an dem ich eine neue Herausforderung suche und brauche", sagte Löw, der gedanklich aber schon bis zur WM 2014 in Brasilien plant.

Ab 2014 könnte der Neue kommen

Danach wäre Platz für einen Bundestrainer Klopp oder Tuchel. Der Kontrakt von Klopp beim aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Dortmund würde dann gerade auslaufen. Allerdings betonte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Montag, dass die Westfalen kein Interesse daran haben, Klopp bereits in drei Jahren gehen zu lassen. "Er hat sich in den jetzt zweieinhalb Jahren beim BVB nicht einen Millimeter verschlissen. Ich bin sehr, sehr sicher, dass unsere Zusammenarbeit 2014 noch nicht zu Ende ist", sagte Watzke im Interview mit dem Fachmagazin Kicker.

Klopp wäre wohl tatsächlich eine Alternative, sollte Bundestrainer Löw nach der WM 2014 in Brasilien den DFB verlassen. Tuchel muss sich wohl zunächst noch bei einem anderen Klub als in Mainz beweisen, um beim Verband ein Thema als Nachfolger von Löw zu werden. Für den aktuellen Bundestrainer spielt das Alter des Coaches jedoch eine untergeordnete Rolle. "Junge Trainer bekommen nicht so einfach die Chance, eine Nationalmannschaft zu trainieren. Aber sie sind dazu in der Lage. Da entscheiden Verbände, und da will man erst einmal sehen, wie sich junge Trainer entwickeln", sagte Löw.

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