Johannesburg (SID) - Erst schließt Lionel Messi Argentiniens Schulen, dann will der Weltfußballer das Tor zum Einzug ins WM-Achtelfinale öffnen. Wenn der Superstar heute in Johannesburg mit der "Albiceleste" gegen Südkorea (13.30 Uhr/ZDF und Sky live) zum zweiten Vorrundenspiel antritt, hat die Bildung im Land des zweimaligen Weltmeisters keine Chance. Da die Begegnung in Argentinien aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 8.30 Uhr beginnt, müssen die Schüler auf Beschluss des Kultusministeriums erst nach dem Abpfiff zum Unterricht erscheinen.

Der kleine Zauberkünstler vom FC Barcelona verspricht zumindest dem Gegner eine Lehrstunde. "Unser Team hat alles, um Weltmeister zu werden. Wenn wir alle Dinge als Mannschaft gut umsetzen, wird es ganz schwer, uns zu schlagen", sagt Messi, der bereits beim 1:0 zum Auftakt gegen Nigeria für mächtig Spektakel sorgte. Einzig beim Torabschluss haperte es. Für Nationaltrainer Diego Maradona steht sein Lieblingsschüler trotzdem über allen anderen.

So lästert "Dieguito" sogar über die bisher treffsicherere Konkurrenz. "Podolski, Maicon, Elano - keiner kann sich mit Messi messen. Lio ist der beste Spieler dieses Turniers", meinte der glänzend aufgelegte Coach am Mittwoch in Pretoria und trällerte einem Journalisten sogar ein Geburtstagsständchen. Einmal in Fahrt bekamen auch Maradonas Erzrivalen Pele und Michel Platini ihr Fett weg.

"Ihr habt keinen Messi"

"Pele sollte man ins Museum stellen", ätzte der 49-Jährige in Richtung der brasilianischen Fußball-Ikone. UEFA-Präsident Platini wird wohl auch kein Freund Maradonas mehr. "Zu ihm habe ich ein distanziertes Verhältnis. Wir kennen die Franzosen. Sie halten sich für etwas Besseres", urteilte der Argentinier. Das Spiel gegen Südkorea schien schon fast in den Hintergrund zu geraten, dann schickte Maradona auch einen Gruß an die Asisaten hinterher: "Wir werden gewinnen. Ihr habt keinen Messi."

Von Messis Künsten eingeschüchtert, war Südkorea vor dem Duell im Soccer-City-Stadion aber ohnehin schon. "Lionel ist ein Magier. Es ist sehr schwierig, ihn aufzuhalten", sagt Mannschaftskapitän Park Ji-Sung von Manchester United. Torhüter Jung Sung-Ryong greift zu martialischeren Worten: "Wir haben schon ein wenig Angst vor Messi. Um ihn zu stoppen, müsste man ihm wohl die Beine brechen." Auch wenn der 25-Jährige versicherte, dies nur im Scherz gesagt zu haben, dürfte Zigarrenliebhaber Maradona der Qualm im Halse stecken geblieben sein.

Schließlich hat der 49-Jährige schon selbst schmerzhafte Erfahrungen mit den Asiaten gemacht. Auf dem Weg zum WM-Titel 1986 hatte ihn Südkoreas heutiger Trainer Huh Jung-Moo im Vorrundenspiel (3:1) brutal niedergestreckt. "Er hat nicht Fußball gespielt, sondern Taekwondo praktiziert", äußert Maradona und schaut, als würde der Fußbabdruck noch immer seinen Körper zieren. Folgerichtig forderte der Coach den Schutz seiner Spieler: "Die Schiedsrichter müssen hart durchgreifen. Das Spiel darf nicht zu hart werden. Es kann nicht darum gehen, irgendwelche Beine zu brechen."