Köln (SID) - Ob Michael Ballack, David Beckham, Zlatan Ibrahimovic, Luca Toni oder Ronaldinho, ob zu alt, zu jung, zu schlecht, zu dick, verletzt oder schlicht nicht qualifiziert: Die Liste der Stars, die bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) nicht am Ball sind, liest sich wie der Einkaufszettel von Real Madrid oder Manchester City. Doch kein Geld der Welt bringt diese begnadeten Spieler im Sommer auf die große Fußball-Bühne. Für sie bleibt nur ein Platz im Zuschauerrang.

Einen besonders schalen Beigeschmack hat dabei das Fehlen des deutschen Nationalmannschaftskapitäns Michael Ballack, der ausgerechnet nach einem Foul des ehemaligen U21-Nationalspielers Kevin-Prince Boateng die WM verletzt absagen musste. Schließlich ist Boateng mit Ghana am 23. Juni (20.30 Uhr/live in der ARD) Gegner des DFB-Teams. Dass Bundestrainer Joachim Löw in Rene Adler die designierte Nummer eins ebenso ausfiel wie Simon Rolfes, Christian Träsch und Heiko Westermann, rundet das Verletzungspech des deutschen Teams ab und ruft zudem in Erinnerung, dass erfahrene Spieler wie Torsten Frings und Kevin Kuranyi aus ganz anderen Gründen kein WM-Ticket erhalten haben.

Nicht von Verletzungen verschont geblieben sind aber auch andere Teams. Deutschlands Gegner Ghana muss ebenfalls auf seinen Superstar und Leitwolf verzichten. Michael Essien, wie Ballack beim FC Chelsea unter Vertrag, wird in Südafrika ebenso verletzt fehlen wie Englands Ikone David Beckham oder Eintracht Frankfurts Stürmerstar Ioannis Amanatidis den Griechen.

Kein Platz für Toni und Totti

In Italien und Brasilien dagegen hatten die Trainer Marcello Lippi und Carlos Dunga die Qual der Wahl. Dementsprechend kann es sich der Titelverteidiger erlauben, auf die Altstars Luca Toni und Francesco Totti zu verzichten. Bei Rekordweltmeister Brasilien erwischte es die ehemaligen Weltfußballer Ronaldo und Ronaldinho. Und HSV-Star Ruud van Nistelrooy fand keine Gnade bei Bondscoach Bert van Marwijk. Das Stürmer-Quintett fehlt genauso wie Frankreichs Jungstars Karim Benzema und Samir Nasri. "Die haben eine tolle Zukunft vor sich", ist Frankreichs umstrittener Trainer Raymond Domenech überzeugt. In der WM-Gegenwart spielen sie trotzdem keine Rolle.

Vor einer großen Zukunft stand 2006 auch Theo Walcott, als der damals 17-Jährige völlig überraschend im englischen Kader auftauchte. Trotz starker Auftritte beim FC Arsenal findet die WM 2010 dagegen ohne ihn statt, Trainer Fabio Capello entschied sich gegen den Flügelflitzer.

Gar nicht mehr so flink ist dagegen Benni McCarthy. Südafrikas Rekordtorschütze plagt sich angeblich mit Gewichtsproblemen herum und wird sich deshalb die WM im eigenen Land von der Tribüne aus angucken müssen.