Johannesburg (SID) - Weltmeister Italien hat für den erneuten Titelgewinn hohe Prämien ausgelobt. Jeder Spieler würde 240.000 Euro erhalten, denselben Betrag, der schon 2006 für den Titel in Deutschland gezahlt wurde. Für den zweiten Platz würde das Team von Trainer Marcello Lippi mit 130.000 Euro belohnt, der dritte Platz ist dem nationalen Verband FIGC 30.000 Euro pro Spieler wert.

Die hohen Prämien sorgen im Land des Weltmeisters für Empörung. Roberto Calderoli, Minister der Regierung Berlusconi, verlangt vom italienischen Verband FIGC, die Zahlungen drastisch zu kürzen. Die Spieler rief der Spitzenpolitiker der Partei Lega Nord auf, freiwillig auf ihre WM-Prämien zu verzichten. Angesichts eines 24 Milliarden Euro umfassenden Sparpakets, das die Regierung Italien auferlegt habe, sei eine solche Prämie ungehörig, die Squadra Azzurra müsse ein gutes Beispiel abgeben, forderte Calderoli.

Auch Inter Mailand in der Kritik

Der Minister attackierte auch Champions-League-Sieger Inter Mailand. "Es gibt Vereine, die Spieler im Ausland kaufen, keine Talente fördern, Trainern Dutzende Millionen Euro zahlen. Das ist nicht der Moment dafür", sagte Calderoli.

Kapitän Fabio Cannavaro reagierte empört. "Die Wahrheit ist, dass wir ein lächerliches Land sind", sagte der Weltfußballer von 2006. Auch Torhüter Gianluigi Buffon zeigte kein Verständnis für die Aufregung. "Wenn Calderoli mir genau sagt, wo mein Geld landet, könnte ich auch mit der Kürzung einverstanden sein. Ich begreife aber nicht, warum uns Politiker vor der Weltmeisterschaft häufig so angreifen", sagte der viermalige Welttorhüter.