Pretoria (SID) - Kühler Kopf und heiße Herzen: Mit diesem Rezept will die deutsche Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale ihre schwarze Serie gegen die großen Nationen beenden. "Es ist schon lange her, dass wir einen Großen geschlagen haben. Deshalb ist es mal wieder an der Zeit", sagte Philipp Lahm vor dem brisanten WM-Viertelfinale zwischen dem dreimaligen Weltmeister Deutschland und dem zweimaligen Titelträger Argentinien am Samstag in Kapstadt (16.00 Uhr/ZDF und Sky live).

Der Kapitän erntete für seine Aussage wenige Stunden vor dem Abflug der DFB-Auswahl in die drittgrößte südafrikanische Metropole zunächst ungläubiges Staunen, eher er voller Überzeugung darlegte: "Argentinien, Spanien und Brasilien zähle ich zu den großen Gegnern, England gehört für mich nicht mehr dazu." So betrachtet war das 4:1 im Achtelfinale gegen die Three Lions Pflicht, die Kür soll nun gegen des Starensemble von Trainer-Unikum Diego Maradona folgen. Gegen die Gauchos hat die DFB-Auswahl nach Lahms Meinung beim WM-Sommermärchen 2006 in Deutschland (4:2 im Elfmeterschießen) letztmals einen Big Point erzielt.

Lahm: "Wissen um unsere Stärke"

"Für die Entwicklung unserer jungen Mannschaft ist es wichtig, nun auch mal so einen Gegner zu besiegen. Das würde uns einen weiteren Schritt nach vorne bringen", erklärte Lahm den Stellenwert des emotionalen Duells. "Von Selbstüberschätzung kann aber keine Rede sein. Wir wissen um unsere Qualität und unsere Stärke. Wenn wir wieder als Mannschaft auftreten und jeder alles abruft, haben wir eine gute Chance", sagte der 26-Jährige selbstbewusst.

Oliver Bierhoff unterstrich, dass das deutsche Team trotz des Höhenfluges auf dem Teppich geblieben sei. "Die besondere Stärke unserer Mannschaft ist, dass sie über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügt. Es glaubt kein Spieler, dass er bei der WM schon etwas erreicht hat", sagte der Teammanager.

Deshalb sei die Vorbereitung auf das Argentinien-Spiel, bei dem der verletzte Kapitän Michael Ballack auf der Tribüne die Daumen drückt, erneut hochkonzentriert. "Mit der Abreise nach Kapstadt beginnt für uns die heiße Phase", berichtete der Europameister von 1996 vor dem Abflug am späten Donnerstagnachmittag von Johannesburg aus.

Argentinien hat weniger Schwächen als England