Morzine (SID) - Fortschreitende Doping-Ermittlungen in den USA, eine ausufernde Spendenaffäre und ständig neue pikante Details seiner dunklen Machenschaften: Auf den letzten Metern seiner Karriere holen Lance Armstrong die Sünden der Vergangenheit offenbar doch noch ein. Aus der triumphalen Abschiedstournee über die Landstraßen Frankreichs ist für den siebenmaligen Toursieger Armstrong längst eine persönliche "Höllenfahrt" geworden.

Kein Tag vergeht mehr, ohne neue Doping-Anschuldigungen, ohne neue Enthüllungen, ohne neue Informationen von den umfangreichen Ermittlungen gegen seine Person. Und im Armstrong-Lager macht sich offenbar Nervosität breit. Hatte Armstrong die Angriffe stets mit einer gewissen Nonchalance gekontert, blies der 38-Jährige diesmal samt Anwalt Timothy Herman zum Gegenangriff.

Chefermittler Novitzky hofft auf Kooperation

Was Armstrong wohl beunruhigt, ist ein Bericht des Wall Street Journals, wonach die Ermittlungen in den USA offenbar an Fahrt aufgenommen haben. Die Fahnder um Chefermittler Jeff Novitzky sollen in intensiven Gesprächen mit früheren Teamkollegen Armstrongs und ihren Anwälten sein, um eine Kooperation zu erzielen. Dabei soll unter anderem Tyler Hamilton, der selbst zweimal des Dopings überführt wurde, zur Zusammenarbeit bereit sein.

"Wo Müll reinkommt, kommt auch Müll raus", beschreibt Herman auf Armstrongs Internetseite die neuen Berichte in noch nicht dagewesener Schärfe. Das Geld der Steuerzahler wäre geeigneter für eine Untersuchung des Betruges von Landis, einem Meineidigen mit bekannter Agenda.

Armstrong: "Ich glaube nicht, dass da etwas Neues ist"

Auch Armstrong reagiert zunehmend gereizt. "Ich glaube nicht, dass da etwas Neues ist, oder habe ich etwas verpasst? Wie ich bereits gesagt habe, ist die Glaubwürdigkeit von Landis wie eine Tüte saure Milch. Ich habe es nicht nötig, davon zu trinken. Sagt mir, wenn es etwas Neues gibt. Wir haben hier offenbar den Ausfluss einer vermeintlich legitimen Presse, die sich selbst wiederholt", giftete Armstrong den Journalisten zu.